Aus Protest gegen die Gentechnik-Politik der Bundesregierung hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Montag einen Container mit möglicherweise gentechnisch verunreinigtem Mais vor dem Gesundheitsministerium in Bonn abgeladen. Die Umwelt-Aktivisten warfen dem Ministerium vor, für die unkontrollierte Verbreitung gentechnisch manipulierter Pflanzen direkt verantwortlich zu sein.
Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat sich gegen die baldige Wiederaufnahme des umstrittenen und während der BSE-Krise gestoppten Forschungsprogramms zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ausgesprochen. “Ich sehe mich bei dem Forschungsprogramm nicht unter Zeitdruck”, sagte Künast der “Berliner Zeitung” (Donnertag). Sie gehe “ergebnisoffen” in die kürzlich wieder aufgenommenen Gespräche mit der Industrie über den versuchsweisen Anbau genmanipulierter Pflanzen.
Nach Künasts Aussagen steht die Bundesregierung nun unter Druck, den Verbraucherschutz zu organisieren. Dies gelte insbesondere, da selbst der Einzelhandel sage, dass es in Deutschland keine Nachfrage nach Genprodukten gebe. Eine Rückkehr zur Gentechnik-freien Landwirtschaft hält die Ministerin indes für unmöglich. “Wir können um Deutschland doch keine hohe Mauer bauen oder uns unter eine Glasglocke setzen, um uns vor gentechnisch hergestellten Zutaten abzuschotten”, sagte Künast.
dpa





