
Puchner verbindet Disziplinen wie Kunstgeschichte, Literatur, Philosophie und Archäologie zu einer lebendigen Erzählung kultureller Entwicklung. Besonders spannend ist seine globale Perspektive. Ob Gilgamesch-Epos, Konfuzianismus, Renaissance oder südkoreanische Popmusik: Er zeigt, wie Kultur sich durch Austausch, Übersetzung und Transformation formt. Auch politische Dimensionen bezieht er ein und thematisiert Kolonialismus und kulturelle Aneignung.
Der Autor erinnert uns eindrücklich daran, dass Kultur kein abgeschlossenes Erbe ist, sondern ein lebendiger, wandelbarer Raum – offen für neue Stimmen, neue Formen und neue Verbindungen. Sein Stil bleibt trotz der wissenschaftlichen Tiefe zugänglich, klar und elegant. Das Buch ist ein Plädoyer für ein offenes, inklusives Verständnis von Kultur als gemeinsame Sinnstiftung. Ein kluges Buch, das zeigt, wie eng unsere kulturellen Ausdrucksformen mit der Geschichte und Zukunft der Menschheit verwoben sind. Sabine Delorme
Martin Puchner
Kultur. Eine neue Geschichte der Welt
Klett-Cotta Verlag, 432 S., € 35,–
ISBN 978-3-608-96659-6





