D’Leh ist beinahe so zottelig wie die stoßzahnbewehrten Giganten, denen er nachstellt: Der Maskenbildner hat sein Bestes getan, um den US-Schauspieler Steven Strait mit einer wallenden Mähne als Steinzeitmenschen zu verkleiden. Fell-Dress und Lanze komplettieren den Mammutjäger, die Hauptperson in „10 000 BC” („ 10 000 Jahre vor Christus”). So heißt der neue Spielfilm des Erfolgsproduzenten und Regisseurs Roland Emmerich („Independence Day”, „The Day After Tomorrow”). Am 6. März läuft das Spektakel in den deutschen Kinos an. Für D’Leh kommt es knüppeldick. Erst wird er von seinem Stamm mit Schimpf und Schande davongejagt, weil er bei der jährlichen Mammutjagd versagt hat. Dann überfällt ein fremder Kriegsherr das Jägervolk und verschleppt es in eine ferne Stadt, wo die Gefangenen auf einer geradezu pharaonischen Großbaustelle malochen müssen. Zwar hat D’Leh das Glück, nicht unter den Versklavten zu sein – doch auch seine Herzallerliebste Evolet (gespielt von der Amerikanerin Camilla Belle) wurde von den Fremden gefangen.
Der tapfere Mammutjäger setzt sich an die Spitze einer Gruppe von entschlossenen Männern, um sein Volk und selbstverständlich die Angebetete zu befreien. Es treten im Folgenden unter anderem auf: ein Säbelzahntiger, ein Riesenvogel, Mammuts in Massen. Auf einem Kinoplakat für „10 000 BC” geht solch ein Rüsselriese drohend hoch, attackiert von einem zwergenhaft anmutenden Jäger mit erhobener Lanze. Das Klischee „tapferer Mensch gegen große, gefährliche Bestie” ist ein Dauerbrenner in den Legenden der Menschheit. So passt auch dieses Plakat nahtlos in die lange Reihe gemalter oder filmisch umgesetzter Jagdszenen aus der Altsteinzeit. „Urmenschen-Bücher” und Ausstellungen setzen solche Bilder seit Jahrzehnten in Szene: Speerschwingende Homo-erectus-Jäger, Neandertaler oder auch anatomisch moderne Menschen greifen einen Waldelefanten oder ein Nashorn an, oder sie stechen auf ein Mammut in einer Fallgrube ein.
tolle szenen – nur leider falsch
Aufregend sieht das aus. Indes: „Ich bin überzeugt, so etwas hat nie stattgefunden – jedenfalls nicht in der Zeit des Neandertalers”, unterstreicht Thorsten Uthmeier. Der Archäologe am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln hat einfach zu viele Fundstellen analysiert, um noch an eine aktive Jagd der Altsteinzeitler auf diese allergrößten Säugetiere des Eiszeitalters zu glauben. Im Tagebau Garzweiler beispielsweise, zwischen Köln und Jülich, fand und untersuchte Uthmeier 46 Jagd-, Rast- und Lagerplätze aus der Neandertaler-Zeit, die meisten 40 000 bis 60 000 Jahre alt. Auch auf der Halbinsel Krim ergruben er und seine Kollegen zahlreiche Wohnplätze und Freilandstationen der Neandertaler. Die glasklare Essenz, destilliert aus Tausenden von Tierknochenfunden: „Neandertaler jagten ausschließlich Tiere von weniger als einer Tonne Lebendgewicht.” Auf der Krim habe die Beute hauptsächlich aus den kleinen Saiga-Antilopen und aus Wildeseln bestanden, im Rheinland vor allem aus Pferden, Rentieren und Steppenbisons, Vorfahren der Wisente.
„Am Ufer lauert der Tod”, überschrieb Uthmeier ein Kapitel für den Katalog zur großen Ausstellung „Roots – Wurzeln der Menschheit”, die bis November 2006 im Rheinischen LandesMuseum Bonn zu sehen war. Wie und wo die Neandertaler laut Fundlage jagten, beschreibt der Kölner Archäologe so: „Zu allen Zeiten boten Uferstellen, wohin die Tiere täglich zum Trinken kamen, sowie Furten, an denen sie auf ihren Wanderungen einen Wasserlauf passieren mussten, erstklassige Chancen auf Jagderfolg.”
Um mit Wurfspeeren wirkungsvolle Treffer landen zu können, mussten sich die Jäger vor der Erfindung von Pfeil und Bogen (bild der wissenschaft 8/2007, „Die erste Maschine der Menschheit” ) ihrer Beute bis auf mindestens 15 Meter nähern. Beim Einsatz von Stoßlanzen schrumpfte die Distanz auf nur noch 3 Meter. Das bedeutet: Die Jäger mussten sich in nächster Nähe einer Furt oder einer Wasserstelle im Gestrüpp in den Hinterhalt legen. Trat ein ins Beuteschema passendes Tier ans Wasser, brachen die Jäger überfallartig aus ihrem Versteck, schleuderten ihre Waffen oder stießen zu. List und Überraschungsmoment also – und keine Himmelfahrtskommandos gegen hoffnungslos überlegene Gegner wie erwachsene Elefanten. Dieser Mythos ist eng mit dem Ortsnamen Lehringen in Niedersachsen verknüpft. Ein sumpfiges Seeufer war dort vor 90 000 Jahren der Ort, an dem einen sechs Tonnen schweren Waldelefanten sein Schicksal ereilte. Bei Baggerarbeiten in einer Mergelgrube kam im März 1948 das Skelett des Riesen ans Licht, dazu 27 bearbeitete Feuersteinfragmente. Zwischen den Rippen des Tieres habe eine Lanze gelegen, beteuerte damals der Ausgräber, der Hobby-Archäologe und Mittelschuldirektor Alexander Rosenstock.
DIE LANZE IST KEIN BEWEIS
Die in elf Teile zerbrochene Stoßlanze galt seitdem als Kronzeuge dafür, dass die archaischen Vettern des modernen Menschen Elefanten gejagt hätten: Zu jener Zeit lebten die Neandertaler als einzige Menschenart in Europa. Dieser Schluss war naheliegend, aber trotzdem falsch, sagt Uthmeier. Neue Untersuchungen zeigen nämlich: Der damalige rinnenartige See war Teil einer Seenkette und von einem Wasserlauf durchflossen, sodass eine Strömung vorhanden gewesen sein muss. Die Lanze, die angesichts ihrer Abrundung am unteren Ende wohl auch als Grabstock gedient hat, also gar keine spezialisierte Jagdwaffe war, „kann an ganz anderer Stelle am See verloren gegangen sein”, argumentiert der Kölner Archäologe. Das Mehrzweckwerkzeug könne erst durch die Strömung in die Stillwasserzone am Ufer getrieben worden sein, wo es zufällig an dem Kadaver des an natürlichen Ursachen gestorbenen Elefanten hängen blieb. „Charakteristische Gebrauchsspuren an den Steinwerkzeugen belegen eindeutig, dass Neandertaler sich an dem Elefanten zu schaffen gemacht haben”, räumt Uthmeier ein, „aber dass sie ihn getötet haben, ist unwahrscheinlich.” Bei einem ausgewachsenen, an der Schulter vier Meter hohen Rüsseltier mit seiner 2,5 bis 4 Zentimeter dicken Haut macht ein Jäger mit einer hölzernen Stoßlanze keinen Stich, zumindest keinen tödlichen.
nur ein prüfender pikser
Wighart von Koenigswald, Paläontologie-Professor an der Universität Bonn und Deutschlands renommiertester Fachmann für die eiszeitliche Tierwelt, sieht sogar eine plausible Möglichkeit, die einstige und die heutige Deutung der Lehringer Fundsituation unter einen Hut zu bringen. „Es ist unwahrscheinlich”, sagt auch er, „dass die Jäger einen kraftvollen Waldelefanten mit nur einer Stoßlanze angegriffen haben.” Aber es sei ja auch ein wesentlich weniger gefährliches Szenario denkbar: Die Jagdgruppe beobachtete einen sterbenden Waldelefanten am Seeufer. Und als das Tier zusammengebrochen war, prüfte ein mutiger Jäger mit der Lanze, ob es tot war, worauf er die anderen zum Zerlegen der Beute holte. Torralba in Spanien sowie Gröbern und Neumark-Nord in Sachsen-Anhalt sind weitere Fundstellen von Elefantenskeletten aus der Altsteinzeit, an denen zum Teil auch Feuersteingerät zum Vorschein kam. Doch in allen diesen Fällen hat sich der erste Eindruck – „da haben Menschen Elefanten erlegt” – nach genauer Untersuchung in Nichts aufgelöst. Verwertung der Kadaver: ja, aktive Jagd: nein. Und das, so Uthmeier, mit gutem Grund: „Es hat keinen Sinn, das extreme Risiko der Jagd auf ausgewachsene Elefanten und Mammuts einzugehen, wenn man das Fleisch nur zum kleinsten Teil verwerten kann. Die Neandertaler waren intelligente Menschen – die wollten ein Maximum an Fleisch bei einem Minimum an Verletzungsrisiko.”
Der Kölner Forscher erläutert: Neandertaler lebten nach heutigem Wissensstand in familiären Kleingruppen von durchschnittlich fünf bis sieben Personen. Dass sie sich praktisch vollständig von Fleisch ernährten, ist anhand von Isotopen-Untersuchungen an Neandertalerknochen gut belegt. Die Vettern des modernen Menschen aßen sogar prozentual mehr Fleisch als die Wölfe. Uthmeier hat errechnet: Eine solche Kleingruppe konnte innerhalb der höchstens zwei Wochen, die das Fleisch eines erlegten Tieres in der warmen Jahreszeit ohne Konservierung genießbar bleibt, maximal 400 Kilogramm verdrücken. Danach hatte sich der Rest – bei einem erwachsenen Waldelefanten wären das 85 Prozent seines Fleischs gewesen! – in stinkendes, von Fliegenmaden wimmelndes und mit Krankheitserregern durchsetztes Aas verwandelt. Also war es vernünftig, ausschließlich Wild unterhalb einer Tonne Lebendgewicht zu jagen, wo Risiko und erwartbarer Nutzen einander die Waage hielten – ein 800 Kilogramm schweres Tier ergibt die für den Clan verwertbare Menge von etwa 400 Kilogramm Fleisch. Je nach Klimazone also: Auerochsen, Steppenbisons, Hirsche, Pferde, Esel, Rentiere. Am besten – so die logische Überlegung weiter – wählte man gerade erwachsen gewordene Tiere, denn die hatten bezogen auf ihr Körpergewicht den höchsten Anteil auf Muskelfleisch. Hier lohnte sich das prinzipielle Risiko der Jagd – das zahlreiche Verletzungen an fossilen Neandertaler-Skeletten belegen – am ehesten. „Genau dieses Beutespektrum findet sich im Knocheninventar an den Lagerplätzen”, bezeugt Uthmeier.
Wenn nicht die Neandertaler – war dann der Homo sapiens, der vor etwa 40 000 Jahren nach Europa einwanderte, ein Jäger ausgewachsener Mammuts, so wie D’Leh und seine Stammesgenossen auf der Kinoleinwand? Die Archäozoologin Susanne Münzel am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen weiß Genaueres. Sie hat akribisch die Tierknochen aus der Aurignacien- und vor allem der Gravettien-Kultur untersucht, die 30 000 Jahre lang in den Sedimenten der Geißenklösterle- und der Hohle-Fels-Höhle im Ach-Tal nahe Ulm ruhten (lesen Sie dazu auch „ Das große Sterben” im Anschluss an diesen Beitrag). Zu dieser Zeit lebten in Mitteleuropa nur noch die anatomisch modernen Zuwanderer, Neandertaler gab es keine mehr.
In beiden Höhlen kamen Mammutknochen von mehreren Tieren ans Licht. Einige Knochen zeigen noch die Bearbeitungsspuren: Das Fleisch ist mit Feuersteinklingen heruntergeschnitten worden. Es muss butterzart auf der Zunge zergangen sein. Denn: „Das waren ausnahmslos Mammutkälber und Jungtiere”, erklärt Münzel, „ zwischen zwei Wochen und maximal etwa zwei Monaten alt.” Der Vergleich ihrer Milchzähne in den Höhlensedimenten mit denen sibirischer Mammutfunde und den Zähnen heutiger Elefanten zeigte, wie alt die Tiere zum Zeitpunkt ihres Todes waren. Das Alter der Jagdbeute erlaubt zudem den Rückschluss auf die damalige Jagdsaison. Denn die trächtigen Mammutkühe haben ziemlich gleichzeitig ihre Jungen zur Welt gebracht: im Frühjahr, etwa zwischen Ende April und Ende Mai.
Demnach waren Mai und Juni die Monate, in denen die Menschen des Aurignacien und des Gravettien auf Mammutpirsch gingen – aber nicht in heldischem Nahkampf gegen ausgewachsene Individuen, sondern in kluger Beschränkung auf Jungtiere. Indes: „Nicht anders als heutige Elefantenherden haben auch Mammuts garantiert ihren Nachwuchs verteidigt”, sagt Münzel. „Wie die Jäger die Jungtiere von ihren Müttern getrennt haben, ist ein Rätsel.” Zur Lösung dieses Rätsels hat Stéphane Péan durchaus Ideen. Der Archäozoologe am Prähistorischen Labor des Nationalmuseums für Naturkunde in Paris untersuchte das Knocheninventar und die Topographie der Fundstätte von Milovice, Grabungsabschnitt G. Das ist eine von drei großen altsteinzeitlichen Freiland-Jagdstationen in Mähren, im Nordosten Tschechiens.
milovice: immer auf die kleinen
Die Jagdplätze stammen aus der Gravettien-Kultur, die ältesten Funde sind 29 000 Jahre alt. In Milovice G fanden Archäologen schon vor 20 Jahren Steinwerkzeuge, Geschossspitzen und Massen von Tierknochen – die meisten von Mammuts. Péan analysierte Jahre später die Alterszusammensetzung: „Ausgewachsene und alte Tiere fehlen völlig.” Dasselbe Bild wie bei Susanne Münzel: Von den 21 Mammuts, die die Menschen von Milovice G sich munden ließen, waren 17 Jungtiere und Halbwüchsige und nur 4 junge Erwachsene.
Die Fundstätte liegt am Hang eines kleinen Tals. Der Boden besteht aus Löss – ein Umstand, der nach Ansicht des französischen Forschers zum Verhängnis der Rüsseltiere beigetragen hat. Denn im Frühsommer, wenn es taut, verwandelt sich gefrorener Lössboden in Lehm. „Das Tauen des Bodens kann in den Kalk-Löss-Sedimenten am Hang zu lehmgefüllten Wannen geführt haben”, argumentiert Péan, „natürlichen Fallen.” Ein ausgewachsenes Mammut war meist zu groß, um darin steckenzubleiben. Doch ein Jungtier war klein genug und sank so tief ein, dass es nicht wieder herauskam. Einige Tage wird die Mutter bei ihrem immer schwächer werdenden Jungen ausgeharrt haben – danach zog sie wohl mit der Herde weiter. Jetzt schlug die Stunde der Jäger, die das Geschehen aus sicherer Distanz beobachtet haben dürften. Ob sie das Jungtier dann noch töten mussten oder lediglich als schnelle Aasverwerter handelten, wird nie zu klären sein, ist aber letztlich belanglos.
Ausschlaggebend für das Fleischgelage, das die Gravettien-Menschen sich im Anschluss leisten konnten, war ihre genaue Kenntnis der „guten Stellen”, an denen zu einer bestimmten Jahreszeit für sie der Tisch gedeckt wurde. Ob sie dazu aktiv beigetragen haben – etwa, indem sie eine Mammutgruppe durch Fackelschwingen in das Tal dirigierten –, wird sich niemals rekonstruieren lassen. Dabei enthält sich auch der Pariser Archäozoologe jeglicher Spekulation. Doch anderweitig lehnt sich Stéphane Péan gern aus dem Fenster und entwirft ein spekulatives Szenario: Die auffällige Häufung von Mammutknochen und menschlichen Hinterlassenschaften an drei Fundstätten in Mähren – Milovice G, Pavlov, Dolni Vestonice – und an einer im südpolnischen Krakow-Spadzista lässt ihn an alljährlich stattfindende Jagdgesellschaften denken.
„Gruppen von Gravettien-Menschen haben weite saisonale Streifzüge unternommen, die sich an den Rentier- und Mammutwanderungen orientierten”, mutmaßt Péan. „Wie es scheint, versammelten sich Gruppen aus ganz Mitteleuropa zur Mammutjagd in Mähren und profitierten dort in der Tauperiode von den natürlichen Fallen.” Für Filmemacher ist so etwas nicht spektakulär genug. D’Leh und seine Genossen – nur Fallensteller, die in sicherer Entfernung warten, bis der Weg zur Baby-Beute frei ist? In den Streifen geht garantiert keiner. Doch ein Wort des Trostes an alle, die von der Wahrheit über unsere mammutjagenden Vorfahren enttäuscht sind: Nur die Klugen schafften es, die Widrigkeiten des Alltags zu überleben und ihre Kinder großzukriegen. Helden hingegen starben jung. Das soll D’L eh sich ruhig hinter die Ohren schreiben. ■
Thorwald Ewe
kompakt
· Die Jäger der Altsteinzeit gingen nicht aufs Geratewohl auf Beutezug, sondern wählten gezielt Tiere bestimmter Arten und von weniger als einer Tonne Gewicht.
· Bei der Jagd auf die größten Säuger, etwa Mammuts, beschränkten sich die Altsteinzeitler überwiegend auf den Fang von Jungtieren in natürlichen Fallen.
PLÄDOYER FÜR SCHUSSVERSUCHE
Haben Steinzeitjäger wirklich aus rund zehn Meter Distanz per Speerwurf Großwild erlegt?
Ich weiß, dass viele diese Vorstellung haben: Jäger im Hinterhalt, ein Beutetier nähert sich, der Speer fliegt, und bumm, fällt der Auerochse oder das Wildpferd um – oder gar das Mammut. Ich bin skeptisch, ob das so lief.
Aus welchem Grund?
Ein Auerochse zum Beispiel war eine Tonne aggressives Fleisch – wie ein spanischer Kampfstier, nur größer. Und die Eindringtiefe eines geworfenen Holzspeers ist viel geringer, als die meisten denken. Ich weiß von einer Fernsehaufnahme, bei der zwei als Neandertaler verkleidete Studenten mit Holzlanzen einen bereits toten Hirsch speeren sollten. Sie haben es nicht geschafft, die Tierhaut zu durchstoßen – erst, nachdem man für sie Löcher vorgestochen hatte.
Wie haben dann die Menschen der Altsteinzeit Großwild erlegt?
Darüber wissen wir herzlich wenig. Vielleicht wie die Pygmäen in Zentralafrika? Die fügen der Jagdbeute mit Speeren blutende Wunden zu und verfolgen das Tier mit seinen infizierten Verletzungen tagelang – bis es irgendwann liegenbleibt und verendet. Dass Tiere wirklich unmittelbar durch die Würfe getötet wurden, glaube ich erst nach einem erfolgreichen Kadaverversuch. Aber so etwas hat ja noch nie stattgefunden.
Wären Sie bei einem solchen Versuch mit von der Partie?
Wenn man mich auffordern würde – ich würde mich nicht scheuen, in einen toten Zooelefanten ein paar Speere reinzuwerfen. Falls ich das schaffe.
NICHT ÜBER EINE TONNE
Möglichst viel verwertbares Fleisch bei möglichst geringem Verletzungsrisiko – das scheint die Devise der altsteinzeitlichen Menschen gewesen zu sein. Wie die Zusammensetzung der Tierknochen an diversen Fundplätzen beweist, jagten sie nur Tiere unterhalb der Ein-Tonnen-Grenze. Bei den Giganten der Eiszeitwelt – wie Mammut und Nashorn – hielten sie sich an Jungtiere, bei den anderen Arten an junge Erwachsene.





