Wissenschaftler haben auf einem Kinderfriedhof bei Lugnano in der Nähe von Rom die älteste bekannte DNA des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum gefunden. Ein Archäologen-Team unter Leitung von David Soren von der Universität Arizona in Tucson hatte den Friedhof aus dem 5. Jahrhundert mit den Skeletten von 47 Babys ausgegraben.
Die Forscher irritierte dabei zunächst die ungewöhnliche Anordnung der Gräber. Soren: „Die Knochen lagen in unterschiedlicher Tiefe, was völlig untypisch für einen römischen Friedhof ist. Außerdem entdeckten wir Skelette von Hundewelpen – ein Zeichen für magische Rituale.” Soren vermutete, dass die Menschen sich so vor einer tödlichen Krankheit schützen wollten.
Weitere Untersuchungen ergaben, dass alle Leichen innerhalb von wenigen Wochen begraben worden waren. Als schließlich Mediziner die Knochen überprüften, stellten sie an ihnen Veränderungen fest, die eindeutig auf Blutarmut hinwiesen – ein Symptom von Malaria. Mario Coluzzi, Parasitologe an der Universität Rom: „Die Todesursache der Kinder war wohl Malaria, denn wir kennen schriftliche Überlieferungen aus dieser Zeit, die glaubwürdig von einer solchen Epidemie berichten.” Durch den sensationellen Fund von Plasmodium falciparum bei einer DNA-Analyse wurde seine Theorie schließlich bestätigt.
Hans Groth





