Rosetta und die erste indische Marssonde
Einer der von “Nature” gekürten Menschen des Jahres 2014 ist Andrea Accomazzo von der ESA. Er verbrachte die letzten 18 Jahre damit, die Raumsonde Rosetta und ihren Lander Philae zu ihrem Zielkometen 67P/Churyumov–Gerasimenko zu lotsen. Als junger Mann war er noch Jetpilot bei der italienischen Luftwaffe, entschloss sich dann aber zu studieren und Raumfahrt-Ingenieur zu werden. Heute leitet er das Team, dem am 12. November 2014 die historische Kometenlandung gelang. Parallelen zwischen seinem früheren und heutigen Job sieht er dabei durchaus: “Man muss sich lange vorbereiten und viel trainieren, um dann im Ernstfall sehr schnell die richtige Entscheidung treffen zu können”, sagt der Forscher in “Nature”. Ebenfalls aus der Raumfahrt kommt ein weiterer Mensch des Jahres: Kopillil Radhakrishnan, der Leiter der indischen Raumfahrtorganisation ISRO. Als Nachzügler in der Liga der Raumfahrt-Nationen gelang es seinem Land im September 2014 erstmals, eine Raumsonde in den Marsorbit zu bringen. Radhakrishnan leitete diese Mission und setzte sie trotz vorheriger Fehlschläge durch.
Für weltweite Diskussionen und eine regelrechte Sensation sorgte der Astrophysiker David Spergel in diesem Jahr – auch er einer der “Nature”-Forscher des Jahres 2014. Denn er war derjenige, der als erster die sprichwörtliche Fliege in der kosmischen Suppe entdeckte – oder genauer gesagt einen Fehler in astrophysikalischen Daten. Im März 2014 verkündeten Forscher der BICEP2-Kollaboration, endlich das lange gesuchte Signal der kosmischen Inflation entdeckt zu haben. Ein spezielles Kurvenmuster in der Polarisation der kosmischen Hintergrund-Strahlung sollte demnach von dieser exponentiellen Ausdehnung kurz nach dem Urknall zeugen. Diese Entdeckung wurde damals zunächst als nobelpreisträchtig gefeiert. Doch als Spergel sich die Daten genauer anschaute, fiel ihm auf, dass das Kurvenmuster genauso gut durch Staub erklärt werden könnte, der die Hintergrundstrahlung auf ihrem Weg zur Erde verändert. “Ich wollte der Physikergemeinde mitteilen, dass es Gründe für Zweifel gibt”, sagt Spergel. Wenig später unterstützten Messungen des Planck-Weltraumteleskops diese Zweifel.
Eiswasser und Ebola
Einen weltweiten Hype löste der Ex-Baseball-Spieler Pete Frates aus. Denn er war es, der gemeinsam mit einem weiteren Betroffenen die Ice-Bucket-Challenge ins Leben rief und in den sozialen Medien bekannt machte. Das Prinzip: Spende Geld für die Forschung an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) oder schütte dir einen Eimer Eiswasser über den Kopf und fordere dann weitere Menschen dazu heraus, die Challenge anzunehmen. Dank der Beteiligung unzähliger Prominenter wurde die Ice-Bucket-Challenge zum globalen Selbstläufer. Mehr als 17 Millionen Videos wurden dazu gepostet, immerhin 115 Millionen US-Dollar wurden für die ALS-Forschung gespendet.





