Degele sieht noch einen Grund für die Grillfreudigkeit des männlichen Geschlechts: “Es wird ein Rest von Archaik gepflegt.” Am Rost sei “er” wieder der wilde Mann, der nach Schweiß stinken dürfe. Stephan Höyng, Männerforscher an der Katholischen Fachhochschule Berlin vermutet einen ähnlichen Zusammenhang. “Man kann es mit dem Feuer begründen oder mit der Jagd als Aufgabengebiet: Im Mann stecken bestimmte Triebe, die die Zivilisation noch nicht erreicht haben.”
Männerforscher Höyng hat noch eine Erklärung parat. Männer liebten den Rost, da er das Wir-Gefühl fördere. “Grillen ist auch ein Ritual, bei dem die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gezeigt wird.” Jungs und Männern sei wichtig, einer Gruppe anzugehören und sich dort darzustellen.
“Am Grill ist der Mann ganz Mann”, findet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Er sei dort ganz “Nachfahr von Fallenstellern, Fischern, Sammlern und Jägern, stolzer Enkelsohn alleinernährender Väter, Großväter und Urgroßväter, die ihre Familie ums Feuer scharten, um sie zu füttern, zu schützen und zu liebkosen, wie das Naturgesetz es befahl.” Die “Zeit” sieht im männlichen Grillverhalten einen Rückfall in eine frühere Entwicklungsstufe: “Das Grillen von Fleisch erinnert an Wildheit, Jagd, und die Beute, die erlegt wurde, um sie mit allen zu teilen.”





