“Wahrscheinlich gab es keinen abrupten Übergang vom dichten Wald zur freien Savanne”, so Richmond, “ich vermute, dass sich allmählich neue, komplexe Lebensräume auftaten, während sich die Vormenschen dem aufrechten Gang zuwandten.” Von den fünf Hypothesen zur Zweibeinigkeit erscheinen den Forschern noch zwei weitere bedenkenswert: Zum einen schließen sie nicht völlig aus, dass der Mensch anfing, aufrecht zu gehen, um die Hände zum Gebrauch von Werkzeugen frei zu haben. Außerdem erscheint es ihnen möglich, dass das Gehen auf zwei Beinen dazu diente, vermehrt Früchte von niedrig hängenden Ästen zu pflücken. Moderne Schimpansen stellen sich zu dieser Gelegenheit ebenfalls auf die Hinterbeine.
Die Studie der Forscher deutet darauf hin, dass die menschlichen Vorfahren immer noch an das Klettern auf Bäumen angepasst waren, während sie schon aufrecht gingen. Der Vorfahr der ersten Zweibeiner ging vermutlich auf den Fingerknöcheln. “Die Vormenschen lebten nicht ausschließlich auf den Bäumen wie etwa heutige Paviane, die sich auf dem Boden eher hüpfend fortbewegen”, schließt Richmond. Die Anpassung an zwei verschiedene Lebensräume lässt ihm und seinen Kollegen die Hypothese am glaubhaftesten erscheinen, dass das Vordringen der Savannen den Menschen zum aufrechten Gang zwang.





