Dass die alten Griechen beim Weitsprung hantelähnliche Gewichte trugen, ist aus Abbildungen, Überlieferungen und archäologischen Funden bekannt. Die Gewichte bestanden aus Stein oder Blei und wogen zwischen zwei und neun Kilogramm. Lange war unklar, ob der zusätzliche Ballast nur die sportliche Herausforderung steigern oder die gesprungene Weite vergrößern sollte. Alberto Minetti und Luca Ardigó von der britischen University of Manchester haben jetzt in Versuchen und Computersimulationen herausgefunden, dass die Sportler mit den Gewichten tatsächlich weiter springen konnten. Ideal waren dabei Gewichte, die zwischen fünf und sechs Kilogramm wogen. Damit ließ sich bei Sportlern, die normalerweise drei Meter sprangen, durch Vorschwingen der Hanteln beim Absprung und durch Zurückschwingen bei der Landung die Weite um 17 Zentimeter verlängern. Der Grund: Beim Absprung schleudert der Athlet seine Arme nach vorne und lässt sich so beim Sprung von den Hanteln mitreißen. Kurz vor der Landung stößt er sich dann gleichsam noch mal an den Hanteln nach vorn ab. Die in den Hanteln gespeicherte Bewegungsenergie wird durch diese Technik in eine vergrößerte Sprungweite übersetzt.
Hans Groth





