Eine herbe Enttäuschung müssen die Franzosen hinnehmen: Die vermeintlichen Überreste ihrer Nationalheldin Jeanne d’Arc, die 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war, stammen von einer ägyptischen Mumie. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen französische Forscher um Philippe Charlier vom Hôpital Raymond-Poincaré in Garches bei Paris.
Der Rechtsmediziner hatte 2006 die Erlaubnis erhalten, Knochen- und Hautreste zu untersuchen, die der Jungfrau von Orléans zugeschrieben werden und die sich im Besitz des Erzbistums Tours befinden. Charlier und seine Kollegen unterzogen die Überreste genetischen und anatomischen Analysen, fertigten Röntgenaufnahmen an – und stellten schließlich mithilfe des Radiokarbon-Verfahrens fest: Die Menschenteile gehören zu einer Mumie und stammen aus dem 3. bis 6. Jahrhundert vor Christus.
Wie es dazu kam, dass die Relikte als diejenigen von Jeanne d’A rc ausgegeben wurden, ist den Wissenschaftlern unverständlich. Charlier weist jedoch darauf hin, dass im Mittelalter in Europa Mumien zur Herstellung von Medikamenten dienten.
Jeanne d’Arc hatte sich dazu berufen gefühlt, Frankreich im sogenannten Hundertjährigen Krieg (1337 bis 1453) von der Herrschaft der Engländer zu befreien. Die richteten sie im Alter von 19 Jahren hin.





