Die spektakuläre, aus dem Fels gemeißelte Architektur der Nabatäer im jordanischen Touristenmekka Petra erschlägt den Besucher optisch erst einmal. Erst danach kommen die Fragen nach dem Warum und Wie.
Die Nabatäer, ein immer noch rätselhaftes arabisches Volk um den Beginn unserer Zeitrechnung, bauten ihren Toten große Mausoleen direkt in den weichen, vielfarbigen Sandstein und modellierten dafür ganze Bergwände zu einzigartigen Fassaden. Da dies lange Zeit die einzigen archäologischen Zeugnisse waren, wurde Petra zur Totenstadt abgestempelt. Damit räumt Ehud Netzer gründlich auf. Mit ausgezeichneten Fotos, vielen Zeichnungen und architektonischen Aufrissen bietet er die ganze Breite der nabatäischen Felsarchitektur dar: natürlich die imposanten Grabanlagen, aber auch die Tempel und Paläste und die wenn auch wenigen Profanbauten.
So kann man auf dem Papier gut nachvollziehen, wie die Nabatäer gebaut haben. Sogar auf diesem theoretischen Weg macht die fantasievolle architektonische Leistung staunen. Das Warum bleibt dabei weiterhin ein Rätsel die Nabatäer haben keinerlei schriftliche Nachrichten hinterlassen.
Michael Zick





