In den USA sind 88.217 verschiedene amerikanische Nachnamen, 4.275 Frauennamen und 1.219 Männernamen registriert. Sie rangieren in ihrer Häufigkeit von Mary bis Willodean und James bis Broderick. Wilson und seine Kollegin Kirsten Oates wählten einige Namen von der Spitze der Rangliste, wie etwa Jones, Smith, Gary und Nancy und einige von den Positionen zwischen 100 und 300 – darunter Andrews, Morrison und die Vornamen Dwayne und Tracey.
Anschließend erstellten sie Email-Adressen für 223 fiktive Personen. Diese trugen sämtliche Permutationen aus den ausgewählten Vor- und Nachnamen. Nun versandten die Forscher per E-Mail 3000 Anfragen an fremde Menschen, die entweder einen, beide oder keinen Namen mit dem Absender teilten. Sie gaben sich darin als Student aus, der nach Informationen über Maskottchen von Sportvereinen sucht.
Von den Angeschriebenen, deren Vor- und Nachname mit dem Absender übereinstimmten, antworteten 12 Prozent. Ein gleicher Vor- oder Nachname hatte eine etwas geringere Resonanz. Dagegen antworteten nur 2 Prozent der Adressaten ohne Namensgleichheit.
“Viele Personen mit gleichem Vor- und Nachnamen waren sehr neugierig auf den Absender”, so Wilson. Die Phantom-E-Mail-Adressen bekamen Anfragen zur Person und privaten Informationen. Nach Christopher Badcock, Evoluionspsychologe an der London School of Economics, sei genau das zu erwarten gewesen. “Ein Nachname geht den gleichen Weg durch die Generationen wie die Gene eines Menschen”, sagt Badcock.
Frauen antworteten auf die E-Mails häufiger als Männer. Ben Hatchwell, Ökologe von der University of Sheffield, erstaunt diese Geschlechtsspezifik: Nachnamen werden über die männliche Linie weitergereicht. Es wäre zu erwarten gewesen, dass ein Nachname eine sicherere Spur zu den Vorfahren eines Mannes ist als zu denen einer Frau.





