James Heckman hat sich vor allem mit dem Problem der selektiven Stichproben beschäftigt: Bei selektiven Stichproben, etwa zur Frage, wie gut eine Ausbildungsförderung in einer bestimmten Region angenommen wird, kommen auch so genannte unbeobachtbare Unterschiede zwischen den Individuen zum Tragen. Es könnte zum Beispiel sein, dass eine Zielgruppen ein Förderprogramm aus kulturellen Gründen nicht wahrnimmt. Oder es könnten sich für einige Individuen plötzlich andere Lebensumstände ergeben haben, die dazu führen, dass das staatliche Angebot nicht angenommen wird. Überdies stehen die Analytiker häufig vor dem Problem, dass die Entscheidungen oder Motive von Nicht-Teilnehmern einer Maßnahme oder eines Programms schlichtweg nicht zugänglich sind. Was bewegt die, die sich zu etwas nicht angemeldet haben?
Diese unbeobachtbaren Unterschiede können bei der Bewertung der Wirksamkeit einer staatlichen oder privatwirtschaftlichen Initiative zu verzerrten Ergebnissen führen. Heckman hat statistische Methoden entwickelt, mit denen selektive Stichproben in einer angemessenen Weise behandelt werden können.
Daniel McFaddens Spezialgebiet sind so genannte diskrete Wahlentscheidungen. Damit sind die Entscheidungen gemeint, die ein Individuum in einer bestimmten Situation treffen kann. So kann etwa jemand, dessen Arbeitsplatz 50 Kilometer vom Wohnort entfernt liegt, mit dem Auto oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit fahren. Es gibt aber nicht unendlich viele Möglichkeiten: Den meisten wäre der Weg zu Fuß oder mit dem Fahhrad zu lang.
Während in der Psychologie solche diskreten Wahlentscheidungen naturgemäß immer eine Rolle spielen und sie dort auch wissenschaftlich untersucht wurden, waren sie vor McFaddens Forschungen in den Wirtschaftswissenschaften kaum beachtet. Die von McFadden entwickelten Methoden haben die empirische Wirtschaftsforschung maßgeblich verändert. McFadden selbst hat seine Methoden für das Design des lokalen Bahnverkehrs in San Francisco genutzt.
Doris Marszk





