Die Zeitgenossen waren voll des Lobes für Otto den Großen (912 bis 973). „Amor mundi”, nannte ihn der sächsische Geschichtsschreiber Widukind von Corvey, „Liebling der Welt”. Und der Chronist Thietmar von Merseburg schrieb 40 Jahre nach Ottos Tod: „In seinen Tagen erstrahlte das goldene Zeitalter.” Vor allem eine Tat sicherte dem Herrscher aus dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger die Wertschätzung der Zeitgenossen: 955 besiegte er in der Schlacht auf dem Lechfeld die Ungarn. Deren Reiterscharen hatten Mitteleuropa jahrzehntelang raubend und mordend heimgesucht. Otto stellte sich ihnen an der Spitze des Heeres entgegen. Die Legende berichtet, dass er dabei die Heilige Lanze in Händen hielt, in die ein Stück eines Nagels vom Kreuz Christi eingefügt war.
In die Geschichtsbücher ging Otto I. vor allem als Begründer dessen ein, was später das Heilige Römische Reich Deutscher Nation werden sollte. Sein Vater, der König des Ostfrankenreichs Heinrich I., hatte in seiner „Hausordnung” Otto zum Erben und alleinigen Thronfolger bestimmt. Das Königtum galt fortan als unteilbar. Otto setzte diesen neuen Anspruch mit Vehemenz durch: Sogar seine Brüder und Söhne bekriegte er, um das königliche Machtmonopol zu etablieren. Als diese seinen Anspruch anerkannt hatten, schloss er Frieden mit ihnen und band sie in sein Herrschaftssystem ein. 961 eroberte Otto das Königreich Italien, ein Jahr später krönte ihn Papst Johannes XII. in Rom zum ersten römisch-deutschen Kaiser.
Magdeburg war die Stadt, in der sich Otto am häufigsten aufhielt. Mit dem Bau des prächtigen Doms und zahlreichen Schenkungen hätte er sie gerne zum „neuen Rom” gemacht.





