Die Höhle „Hohle Fels” bei Schelklingen am Rande der Schwäbischen Alb ist eine Schatzkammer für Archäologen. Immer wieder werden dort Exemplare frühester menschlicher Kunst entdeckt – etwa die wahrscheinlich älteste Darstellung eines Vogels, der vor 32 000 Jahren aus Mammutelfenbein geschnitzt wurde. Wissenschaftlern der Universität Tübingen um Nicholas Conard ist nun ein weiterer Aufsehen erregender Fund geglückt: Bereits im vergangenen Jahr hatten sie in der Höhle ein von menschlicher Hand bearbeitetes Steinfragment geborgen, das sie auf ein Alter von 28 000 Jahren datierten. Jetzt konnten die Archäologen dieses Fragment mit 13 weiteren Bruchstücken aus früheren Grabungen zu einem Phallus zusammensetzen. Die Skulptur ist 19,2 Zentimeter lang, 3,6 Zentimeter breit und 2,8 Zentimeter dick. Für Conard ist der Stein-Penis ein Beweis dafür, dass die frühe Eiszeitkunst männlich geprägt war. Der harte Phallus ist noch bis Anfang nächsten Jahres in einer Ausstellung des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren zu sehen.





