Die Forderung nach Zulassung des therapeutischen Klonens widerspreche jeglicher wissenschaftlicher Redlichkeit, denn es würden Hoffnungen geweckt, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einzuhalten seien, schrieben die Wissenschaftler weiter. Die in Aussicht gestellten Therapien seien derzeit lediglich “spekulativer Natur”. Bisher gebe es nur Erkenntnisse aus Tierversuchen, vorwiegend mit Mäusen, was eine nur geringe Aussagekraft für Menschen habe, betonten die Sachverständigen, darunter der Mainzer Theologe Johannes Reiter, der Bonner Medizinprofessor Linus Geisler, die Frankfurter Soziologin Therese Neuer-Miebach und die Hannoversche Politologin Kathrin Braun.
Die Sachverständigen forderten Bundestag und Bundesregierung auf, das therapeutische Klonen zu missbilligen und der Ausweitung auf Deutschland “einen Riegel vorzuschieben”. Erst im Dezember hatte Großbritannien den Weg für das so genannte therapeutische Klonen freigemacht. Dabei werden Embryonen erzeugt und dann vernichtet, um so genannte Stammzellen zu erhalten. Aus diesen noch undiffenzierten Zellen wollen Forscher dann Ersatzgewebe und Organe für Kranke züchten. Auch in Deutschland mehren sich die Stimmen, dieses ethisch stark umstrittene Verfahren zu erlauben. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach sich gegen “Scheuklappen” und absolute Verbote in der Biomedizin aus.
dpa





