“Die Kinder der Moken nutzen die Optik des Auges bis an die Grenzen des menschlich möglichen”, erklärt Anna Gislén im Online-Dienst von “Nature”. Sie verkleinern beim Tauchen ihre Pupillen und stellen ihre Augenlinsen auf Nahsicht, wodurch das hereinfallende Licht stärker gebrochen wird. So werden unscharfe Bilder in einen Bereich höherer Sehschärfe gebracht.
Von Natur aus ist das menschliche Auge für das Sehen unter Wasser schlecht geeignet. Wasser besitzt eine höhere Dichte als Luft, so dass Licht unter Wasser anders gebrochen wird als auf dem Land und dadurch die Sicht unscharf wird. Bei Kindern unter zehn Jahren ist die Fähigkeit, die Augenlinse für die Nahsicht stärker zu krümmen und damit die veränderten Bedingungen unter Wasser auszugleichen, normalerweise nur sehr schwach entwickelt ? nicht so bei den Kindern der Moken.
“Es könnte eine erlernte Antwort sein, die unterbewusst abläuft, oder eine im Laufe der Evolution entstandene genetische Anpassung an bessere Unterwassersicht”, vermutet der Neurobiologe Howard Howland von der Cornell University gegenüber “Nature”.
Welche Fähigkeiten die erwachsenen Schwimmer der Meeres-Nomaden besitzen bleibt weiter unklar. “Sie sind zu schüchtern, deshalb konnten wir sie nicht testen”, sagt Anna Gislén.





