Ein Polarfuchs starrt in die Morgensonne der Tundra. In einer erloschenen Feuerstelle glimmt ein Mammutgerippe: Eine Horde von etwa 30 Paläoindios beginnt den Tagesmarsch Richtung Osten. Generationen von Archäologen stellten sich so die Besiedlung Amerikas über die Beringstraße vor 14 000 Jahren vor. Doch neue Fundstätten und daraus abgeleitete Einwanderungstheorien haben die Fachwelt in Aufruhr versetzt.
Günther Stoll und bdw-Redakteur Rüdiger Vaas betreten dieses heiße Pflaster der Altamerikanistik. Ihr Buch „Spurensuche im Indianerland” – von der Stiftung Buchkunst zu „einem der schönsten Bücher des Jahres” gekürt – ist ein unterhaltsamer und reich bebilderter Einstieg in die indianische Kultur Nord- und Südamerikas. Es streift alle wichtigen Stationen der „American Indians”: von den Clovis-Leuten über die Pyramiden-Astronomen bis zur Identitätssuche zwischen Ökoheiligen und Sozialhilfeempfängern.
Wie funktioniert die Rauchzeichensprache? Waren die Maya in Mathe eine Null? Wie heilen Indianer Hautkrebs? Mit pfiffigen Fragen locken die Autoren das „schattenhafte Volk, das auf Zehenspitzen und bei gedämpftem Licht die Bühne betrat”, aus der Reserve: Wissenschaftsjournalismus vom Feinsten.
Und der Clou: Das Buch enthält Reise-Tips zu archäologischen Fundstätten, Museen und modernen Indianer-Pueblos.
Güther Stoll, Rüdiger Vaas
SPURENSUCHE IM INDIANERLAND
Exkursionen in die Neue Welt
S. Hirzel Verlag
Stuttgart, Leipzig 2001
408 S., DM 68,–
ISBN 3-7776-0939-0
Cletus Gregor Barié





