Daher haben Forscher jetzt unter Federführung der Universität im schwedischen Linköping eine Bewertung vorgenommen, inwieweit die Methicillin-Resistenz eine Rolle beim Überleben von Patienten mit einer S.aureus-Infektion spielt. Sie nutzten dazu die Daten der sogenannten EPIC-II-Studie, bei der an einem bestimmten Tag im Mai 2007 Intensivstationen aus Krankenhäusern in 75 Ländern auf unterschiedlichen Kontinenten verschiedene demografische, physiologische, bakteriologische und therapeutische Informationen gesammelt und jetzt gemeldet hatten. Von 13 796 Krankenhauspatienten identifizierten die Forscher 494 Patienten mit einer MRSA-Infektion. 505 Patienten waren mit dem methicillin-empfindlichen S.aureus, auch MSSA genannt, infiziert.
Die Wissenschaftler verglichen die beiden Patientengruppen, unter Berücksichtigung weiterer Erkrankungen, Alter, Ort der Infektion und geografischer Region. Dabei zeigte sich, dass eine MRSA-Infektion zwar häufiger bei älteren Patienten und solchen mit Krebserkrankungen oder Nierenversagen zu finden war ? und dass sie mit einem deutlich erhöhten Risiko, im Krankenhaus zu sterben, einherging. Diese Beziehung blieb auch bestehen, wenn die anderen Faktoren herausgerechnet wurden: Wer mit MRSA infiziert war, hatte ein um fast 50 Prozent höheres Todesrisiko als jemand, der sich mit der nicht resistenten Variante von Staphylococcus aureus angesteckt hatte.
Warum genau die Sterblichkeit höher liegt, lasse sich aus den vorliegenden Daten nicht ablesen, schreiben die Wissenschaftler. Sie vermuten jedoch, dass vor allem die problematische Behandlung und nicht eine größere Aggressivität des Keims verantwortlich zu machen sind. Im Verdacht stehen hierbei unter anderem die Verzögerung, die entsteht, wenn nicht sofort ein passendes Antibiotikum eingesetzt wird, eine nicht optimale Dosierung der Medikamente oder auch ein schlechteres Ansprechen des Keims auf eigentliche effektive Wirkstoffe.
?Die Studie zeigt auch, dass jede zweite Staphylokokkenart resistent war gegenüber dem Methicillin?, sagt Håkan Hanberger, Spezialist für infektiöse Krankheiten an der Linköping University und Hauptautor der nun veröffentlichten Studie.
Zwar trete in Schweden MRSA nur zu etwa fünf Prozent auf, aber dennoch betont Hanberger: ?Es ist sehr wichtig dass Patienten mit Staphylokokken isoliert und abgeschirmt werden um das Ausbreiten der Krankheit zu verhindern.?
Ob durch diese Studie weitere Sicherheitsmaßnahmen in Krankenhäusern eingeführt werden, damit eine Infektionsausbreitung mit MRSA eingedämmt werden kann, bleibt abzuwarten.





