Auch wenn nur etwa 50 der studierten Abbildungen Tiermenschen darstellten, denken Tacon und Chippendale, dass der Glaube an diese Mischwesen unter den frühen Menschen weltweit verbreitet war. Diese Vorgänger von Minotaurus und Werwolf tauchen demnach nicht erst bei den tierköpfigen Göttern der Ägypter oder in den griechischen Sagen auf. “Sie gehen zurück bis zum Beginn der Menschheit, zu den ersten modernen Menschen”, sagt Tacon.
Schon die frühen Menschen waren fasziniert von übernatürlichen Mischwesen aus Mensch und Tier. Das schließt ein australischer Wissenschaftler aus der Untersuchung von steinzeitlichen Höhlenmalereien und Schnitzereien tierköpfiger Menschen. Die älteste von den Forschern untersuchte Darstellung sei eine etwa 32.000 Jahre alte katzenköpfige Statuette aus Deutschland, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Der Höhlenmalerei-Experte Paul Tacon vom Australischen Museum in Sydney hat gemeinsam mit seinem britischen Kollegen Christopher Chippindale die erste Übersicht prähistorischer Abbildungen von Tiermenschen erstellt. Sie begutachteten fast 5.000 Steinzeitkunstwerke, von denen die meisten aus Australien, Europa und Südafrika stammten. Sie erfassten, wie häufig die verschiedenen Typen von Tiermenschen auftraten, und überprüften das Alter der Kunstwerke.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





