Der Vergleich der genetischen Vielfalt verschiedener Menschengruppen im Verhältnis zu ihrer geografischen Distanz ließ auch global einen solchen Zusammenhang erkennen. Dies deute laut Ramachandran und ihren Kollegen darauf hin, dass sich der moderne Mensch von einem einzigen Herkunftsort aus ausgebreitet hat. In vielen kleinen Schritten wanderte er aus Afrika aus- und in neue Gebiete ein. Immer nur ein Teil der ursprünglichen Bevölkerungsgruppe sei dabei jeweils weitergereist und habe in einer anderen Region eine neue Population gegründet, vermuten die Forscher. Diese nun isolierte neue Population besaß folglich jedoch nur einen kleinen Teil der Gene der ursprünglichen Ausgangspopulation. Je mehr Migrationswellen also stattfanden, desto kleiner wurde die genetische Vielfalt in den neu entstehenden Populationen ? ein Mechanismus, der von Fachleuten auch als “Flaschenhalseffekt” bezeichnet wird.
In einem weiteren Schritt untersuchten Ramachandran und ihre Kollegen auch die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Populationen. Innerhalb afrikanischer Bevölkerungsgruppen ist die genetische Variation am größten und in Populationen aus Südamerika am kleinsten, stellten die Wissenschaftler fest. Diese Erkenntnisse lassen auf eine afrikanische Herkunft der Menschheit schließen, so die Forscher. Südamerika hingegen sei eine der letzten Regionen, die vom modernen Mensch besiedelt worden sei. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, woher der Mensch genau stammt.





