Top-Durchbruch des Jahres: Nachweis der Gravitationswellen durch LIGO
Neben diesem wissenschaftlichen Paukenschlag hebt das Magazin Science noch neun weitere Wissenschafts-Highlights des Jahres 2016 hervor:
Computer schlägt Go-Champions
Lange galt es als unmöglich, dass ein Computer einen Go-Meister schlagen kann. Das chinesische Brettspiel ist für seine enorme Komplexität bekannt. Wegen der Vielzahl der möglichen Positionen und Abfolgen von Spielzügen übersteigt die Zahl der Spielvarianten bei Go diejenigen im Schach bei weitem. Doch jetzt hat auch in diesem Fall die künstliche Intelligenz einen Durchbruch geschafft: Im Januar 2016 sorgte das Computerprogramm AlphaGO für die erste Sensation, als es den europäischen Meister im Go mit 5:0 besiegte. Im März 2016 folgte dann der nächste KO-Schlag für die menschliche Intelligenz: AlphaGO gewann auch das Turnier gegen den Sedol Lee – einem der weltweit führenden Champions in diesem Spiel.
Nahe, ferne Welt?
Ebenfalls ein wissenschaftlicher Kracher im Jahr 2016 war die Nachricht von einem erdähnlichen Planeten in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft. Er umkreist den Stern Proxima Centauri, der nur etwa vier Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Der Planet Proxima Centauri b besitzt vermutlich 1,3 Erdmassen und umkreist seinen Mutterstern in der sogenannten habitablen Zone – wo es Bedingungen für flüssiges Wasser und damit für erdähnliches Leben geben könnte. Proxima Centauri b steht deshalb nun im Fokus der Astronomen bei der Frage: Können wir Alien-Lebensformen nachweisen?
Alte Zellen töten hält jung
Mit einer skurrilen Methode haben Forscher in diesem Jahr bei Mäusen das Altern aufgehalten: Es gelang ihnen, gezielt die alten Zellen aus dem Körper der Nager zu eliminieren. Auf diese Weise lebten sie länger und zeigten weniger Symptome des Alterns. Bei den Versuchen kamen gentechnisch veränderte Mäuse zum Einsatz, deren gealterte Zellen in Reaktion auf eine spezielle Substanz verschwanden – beim Menschen ist dieses Verfahren natürlich nicht durchführbar. Doch die Forscher haben mittlerweile schon Medikamente entwickelt, die alternde Zellen auch ohne genetische Manipulationen vernichten können. Bereits 2017 soll die erste klinische Studie mit einem dieser Medikamente beginnen.
Designer-Proteine
Sie bilden die Bausteine und Zahnräder des Lebens: Wegen der vielfältigen Fähigkeiten und Bedeutungen von Proteinen versuchen Forscher schon lange, sich diese Eiweißmoleküle maßzuschneidern. Die Möglichkeiten dazu haben in diesem Jahr ein bisher unerreichtes Niveau erreicht: Forscher haben mittels Computertechniken neue Faltungen bei der Erzeugung von Designer-Proteinen ermöglicht. Dies könnte nun zur Entwicklung von neuartigen Medikamenten und Materialien führen. Im Februar hat ein US-Forscherteam mit dieser Technik ein Protein erzeugt, was zu einem universellen Grippe-Impfstoff avancieren könnte. Im Juli folgten dann Proteine, die sich selbst zu leeren Behältern formen. Diese könnte man mit Wirkstoffen, DNA-Schnipseln oder anderen Fracht-Substanzen füllen, so die Hoffnung.





