Im 19. Jahrhundert entstand die erste Fotografie
Abbildungen von Dingen und Menschen sind so alt wie die Menschheit. Wo früher gemalt und gezeichnet wurde, gab es ab dem frühen 19. Jahrhundert einen neuen Trend: Die Fotografie. Der Franzose Joseph Nicéphore Niépce erstellte 1826 das allererste Foto. Die Belichtungszeit betrug acht Stunden und das Foto wurde auf einer Zinnplatte abgebildet, die mit Asphalt beschichtet war. Das Motiv zeigte den Ausblick aus Niépces Arbeitszimmer. Aufgrund der Belichtungszeit sehen die Gebäude am linken und rechten Bildrand etwas stärker belichtet aus, als sie es tatsächlich waren. Heute ist auf der Original-Fotografie leider nur wenig zu erkennen, deshalb gibt es eine Reproduktion von Kodak, die das Bild deutlicher darstellt.
Das Original und seine Reproduktion sind heute im Harry Ransom Center an der University of Texas zu sehen. Im Rahmen der Ausstellung „The Niépce Heliograph“ zeigt die Universität frühe Fotografien des Franzosen. Niépce selbst war kein Fotograf, sondern Erfinder. Als der ebenfalls französische Maler Louis Jaqcues Mandé Daguerre von der Fotografie hörte, tat er sich mit Niépce zusammen und entwickelte die Technik weiter, um die Belichtungszeit massiv zu verkürzen und so realitätsgetreuere Fotografien herzustellen.
Seit 1841 trat die Fotografie in Deutschland ihren Siegeszug an
Nach Niépces Durchbruch verbreitete sich die Fotografie in Europa. Bereits 1841 eröffnete Hermann Biow ein Atelier in Hamburg. Auf der Frankfurter Nationalversammlung war er es, der Fotografien von Mitgliedern und Bürgern anfertigte. Zu seinen Modellen gehörten unter anderem Alexander von Humboldt oder Friedrich Wilhelm IV. Ab 1915 war es hierzulande möglich, konkurrenzfähige Rollfilme zu erwerben und zu nutzen. In der Werkbund-Ausstellung in Stuttgart fanden sich zahlreiche Ausstellungsstücke internationaler Fotografie-Künstler. Ab diesem Zeitpunkt war es erstmals möglich, lokale Fotografen mit Auftragsarbeiten zu beauftragen. Heute hingegen gibt es Fotostudios an jeder Ecke. Interessierte finden unter folgendem Link beispielsweise eine Auflistung der Fotografen in Münster.
Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte die Fotografie hierzulande ab etwa 1929. Die Werkbund-Ausstellung „Film und Foto“ in Stuttgart zeigte Fotografien von namhaften internationalen Künstlern wie Edward Weston oder Imogen Cunningham. Immer mehr Menschen interessierten sich für das Berufsbild des Fotografen, sodass sich die Kunst mehr und mehr etablierte.





