Ultrafiltration kann verhindern, dass kohlenstoffhaltige Proben bei der C-14-Datierung zu jung erscheinen. Ein Ultrafilter ist eine Art Sieb für Moleküle. Durch ihn fallen sehr kleine molekulare Komponenten hindurch, längere und größere Moleküle bleiben zurück. Spreu und Weizen können so vor einer Altersbestimmung mit der C-14-Methode voneinander getrennt werden. Die langen Moleküle – Faustregel: mehr als 30 000 Dalton Molekulargewicht – sind eine sichere Bank für korrekte Radiokarbon-Datierungen. Kleine Molekülbruchstücke sind meist Verunreinigungen jüngeren Datums, die die Altersbestimmung verfälschen würden. Allerdings müssen die Knochenproben noch eine gute Kollagenstruktur haben. Das kohlenstoffhaltige Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Eiweiß in Binde- und Stützgewebe von vielzelligen Lebewesen – das eigentliche Zielmaterial bei einer C-14-Datierung. Wenn der Kollagengehalt in einem Fossil zu niedrig ist, unter einem Prozent der Ausgangsmenge, nützt auch die Ultrafiltration nichts: Dann finden sich gar keine langen Moleküle mehr im Filter. Bei Knochen, die über 40 000 Jahre alt sind und/oder in zu warmer Umgebung gelagert haben, ist das häufig der Fall.





