Eben diesen Effekt machen die Wissenschaftler um Wolfgang Lutz von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auch in den europäischen Gesellschaften aus: Die Frauen schieben den Zeitpunkt der ersten Geburt immer weiter nach hinten. Setzt sich dieser Trend weiterhin fort, so werde der Tempo-Effekt in den kommenden Jahrzehnten zu rund vierzig Prozent des Bevölkerungsrückgangs beitragen, rechneten die Forscher hoch. Die Folgen wären eine weitere Belastung der wegen der geringen Geburtenzahlen ohnehin schon ungünstigen Bevölkerungsverteilung.
Frauen müssten daher mehr Möglichkeiten bekommen, ihr Familienleben zu gestalten, fordern die Wissenschaftler. Dazu gehörten unter anderem Kinderkrippen, flexiblere Arbeitszeitregelungen und entsprechende Arbeitsgesetze. Dies sei jedoch leichter gesagt als getan, meint Lutz. Frauen, die Karriere machen wollten, bleibe oft keine Zeit für eine Babypause. Dieses an der Karriere von Männern orientierte System müsse geändert werden, fordern der Wissenschaftler.





