Nanostrukturen, die einfallendes oder auch selbst produziertes Licht auf eine solche Weise reflektieren und bündeln, sind im Tierreich weit verbreitet und bestehen bei den meisten Meerestieren aus Kristallen. Nicht so jedoch bei Euprymna scopoles und seinen Verwandten, wie das Forscherteam um Wendy Crookes von der Universität von Hawaii in Honolulu entdeckte: Die Tintenfische verwenden eine bisher unbekannte Art von Eiweißstoffen für die Spiegelplättchen. Diese Proteine, von den Wissenschaftlern bezeichnenderweise “Reflektine” genannt, haben eine ungewöhnliche Zusammensetzung und bestehen hauptsächlich aus sonst sehr selten verwendeten Aminosäurebausteinen.
Solche Reflektine seien bislang nur bei Tintenfischen gefunden worden, schreiben die Forscher. Da die Spiegelproteine die ersten optischen Nanostrukturen auf Eiweißbasis sind, die bisher in der Natur entdeckt wurden, hofft das Team nun auf neue Erkenntnisse für die künstliche Herstellung solcher lichtmodifizierender Materialien. Reflektin-basierte Nanoreflektoren könnten in Zukunft beispielsweise für Bauteile in optischen Geräten oder als Verstärker in künstlichen Photosynthese-Membranen eingesetzt werden.





