Den Auswertungen zufolge sind Siegerposen tatsächlich das typische menschliche Verhalten nach einem Sieg: „Es handelt sich um einen sehr schnellen, unmittelbaren und universellen Ausdruck, der kulturüberspannend produziert wird”, resümiert Matsumoto. Auch blinde Athleten zeigen die Körpersprache, berichten die Forscher. Sie sehen darin einen Hinweis darauf, dass es sich um ein instinktives Verhalten des Menschen handelt.
Die Kultur kann Siegerposen verstärken
Dennoch hat den Untersuchungen zufolge auch kulturelle Prägung einen Effekt: „Personen die aus Kulturen stammen, die besonders statusorientiert sind, zeigen das Verhalten intensiver als Menschen, die in eher egalitären Gemeinschaften aufgewachsen sind”, sagt Matsumoto. Diese Unterschiede lassen sich daran festmachen, inwieweit Machtgefälle und gesellschaftlicher Status eine Rolle im Zusammenleben des Herkunftslandes oder der Kultur spielen. Dieser Faktor wird als „Power Distance” (PD) bezeichnet. Zu den Ländern mit hoher PD gehören beispielsweise Malaysia, die Slowakei und Rumänien. Staaten mit niedrigen PD repräsentieren Israel, Österreich und Finnland. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien fallen in die Mitte des PD-Spektrums, zusammen mit Ländern wie Ungarn, Iran und Italien.
Das Ergebnis erscheint nachvollziehbar, meint Matsumoto: In Ländern, die mehr Wert auf Hierarchie legen, vermitteln Menschen ihren Status auch intensiver durch ihre Körpersprache. Aber auch die grundlegende Veranlagung des Menschen zu Dominanz-Körpersprache sei aus entwicklungsgeschichtlicher Sicht plausibel: „Viele Tiere zeigen Dominanz-Gehabe, bei dem sie ihren Körper durch Posen größer erschienen lassen”, so Matsumoto. Die Forscher wollen sich nun auch weiter der Erforschung der menschlichen Körpersprache widmen. Eine Frage sei dabei beispielsweise, wie sich Körpersprache im Zusammenhang mit Stolz-Gefühlen von Triumph-Gebaren unterscheidet.





