Die Zusammenarbeit hat Newman anhand der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Forscher untersucht. Er fertigte ein Netzwerk an, in dem die Forscher die Rolle von Knotenpunkten spielten. Anschließend verband er jeweils zwei Wissenschaftler mit einer Linie, wenn sie mindestens einmal zusammen eine Arbeit verfasst hatten.
Anhand des entstandenen Netzes untersuchte Newman, über wie viele Linien man im Durchschnitt gehen muss, wenn man zwei beliebige Wissenschaftler aus dem jeweiligen Fachgebiet miteinander verbinden will. Sein verblüffendes Ergebnis: Um eine Verbindung zwischen zwei beliebigen Hochenergiephysikern auf der Welt herzustellen, benötigt man im Durchschnitt nur 4 Linien.
Das Schlusslicht bilden die Computerwissenschaftler mit 9 Linien. Den Durchschnitt fand Newman bei 5 bis 6 Linien. Sein Kommentar: “Die Wissenschaft würde wahrscheinlich nicht funktionieren, wenn die wissenschaftliche Gemeinschaft nicht eng untereinander verbunden wäre.”
Newmans Arbeit ist eine Variante des Konzeptes der sogenannten Erdös-Zahl. Zu Ehren des ungarischen Mathematikers Paul Erdös, der sich unter anderem durch die Erforschung von Netzwerken einen Namen machte, haben Mathematiker diese Zahl eingeführt. Sie gibt an, über wie viele Linien man in einem Veröffentlichungs-Netzwerk gehen muss, um einen bestimmten Wissenschaftler mit Paul Erdös zu verbinden. Albert Einstein hat beispielsweise die Erdös-Zahl 2, weil er zusammen mit einem Koautor von Erdös einen Artikel veröffentlicht hat.
Lesen Sie mehr zum Thema Beziehungsnetzwerke in unserem Artikel Computerwissenschaftler: Briefe finden auch ohne Post ihren Weg.
Axel Tillemans





