Besonders Eltern mit kleinen Kindern sind betroffen
Die Schlussfolgerungen der Forscher von Daniel Kühnle und Christoph Wunder von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg basieren auf der Auswertung von Daten der deutschen Längsschnittbefragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) sowie der Britischen Langzeitstudie „Understanding Society”. Im Rahmen beider Befragungen war bei Tausenden von Teilnehmern über Jahre hinweg unter anderem das Niveau der Lebenszufriedenheit erfasst worden.
In den statistischen Datenauswertungen der Forscher zeichnete sich ab: In beiden Ländern geht die Zufriedenheit der Befragten in der Woche nach der Zeitumstellung zurück. Besonders stark sinkt sie bei Eltern kleiner Kinder, ging aus den Daten hervor. In der zweiten Woche nach der Zeitumstellung erreicht die Lebenszufriedenheit dann wieder ihr ursprüngliches Niveau. Die Wirkung kann man mit einem finanziellen Effekt vergleichen, sagen die Forscher: Das Einkommen der Haushalte müsste in der ersten Woche nach der Umstellung auf die Sommerzeit um etwa zehn Prozent steigen, um den geschätzten Rückgang der Zufriedenheit zu kompensieren.
Ist es wirklich schon so spät?
Dass die Zufriedenheit nach der Umstellung auf die Sommerzeit vorübergehend sinkt, erklären die Wissenschaftler nicht allein durch die körperliche Anpassung an den neuen Tagesrhythmus. „Menschen erleben es als Belastung, wenn ihre frei verfügbare Zeit beschränkt wird”, erklärt Kühnle. „Das gilt besonders für Mütter und Väter, die ohnehin wenig Zeit für sich haben”, ergänzt der Forscher.
Kühnle und Wunder plädieren allerdings nicht für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Ihnen zufolge gibt es aber Verbesserungsmöglichkeiten: Sie schlagen vor, Menschen für die verlorene Stunde mit mehr zeitlichem Spielraum zu entlasten. „Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, in der Woche nach der Zeitumstellung mehr zeitliche Flexibilität am Arbeitsplatz zu ermöglichen”, sagt Daniel Kühnle.





