Bereits zum 10. Mal verleiht AIR (Annalen der unwahrscheinlichen Forschung) den IG-Nobelpreis für 10 aussergewöhnliche Forschungsarbeiten. “IG” steht für “ignoble” (unwürdig), für ignorant oder auch igittigitt. Das Wissenschaftssatire Magazin AIR will vor allem ein Kriterium erfüllt sehen: Die Forschungen dürfen nicht wiederholbar sein! Der Gründer des Preises und Herausgeber von AIR, Marc Abrahams, verfolgt damit das Ziel die Öffentlichkeit verstärkt auf die Wissenschaft aufmerksam zu machen. Nichts eignet sich da, seiner Ansicht nach, besser, als ungewöhnliche Arbeiten mit ungewöhnlicher Honorierung zu belohnen.
Die diesjährigen glücklichen Gewinner sind unter anderem die Psychologen David Dunning und Justin Kreuger, mit ihrem Bericht über “Unbegabt und sich dessen nicht bewusst: Wie die Schwierigkeiten seine eigene Inkompetenz zu erkennen zu einer aufgeblasenen Selbsteinschätzung führen”. Die Schriftstellerin Jasmuheen von Australien erklärte in ihrem Buch “Living on Light”, dass obwohl Menschen essen, sie das eigentlich gar nicht müssten. Die Physiker Andre Geim und Sir Michael Berry überzeugten mit ihrem Experiment einen Frosch und einen Sumoringer mittels Magneten schweben zu lassen.
Die Auswirkungen romantischer Liebe brachte vier Chemikern den IG-Nobelpreis ein: Marazziti, Rossi, Cassano und Akiskal konnten nachweisen, dass romantische Liebe nicht von einer quälenden Zwangsneurose zu trennen ist. Die Mediziner Schultz, van Andel, Mooyaart und Sabelis überzeugten die Jury mit ihrem erhellenden Bericht über Magnetresonanzbilder männlicher und weiblicher Genitalien während des Coitus. Einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit lieferten schließlich die Glasgower Wyatt, McNaughton und Tullet mit ihrem alarmierenden Bericht über den Kollaps der Toiletten in Glasgow.
Wer einen potenziellen Kandidaten für den IG-Nobelpreis kennt oder sich gar selbst angesprochen fühlt: Nomminiert werden die Kandidaten jedes Jahr vom IG Nobel Board of Governors, das sich aus AIR Redakteuren, echten Nobelpreisträgern, anderen Forschern und einem Passanten zusammensetzt. Aus einem Pool von 10.000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen jährlich, hat das Gremium die Qual der Wahl. Im Prinzip kann jeder jeden für den IG Nobelpreis vorschlagen, ja sogar Eigenvorschläge haben in der Vergangenheit schon zum Erfolg geführt.
Birgit Stöcklhuber





