Hier schließt das Buch von Graham Connah, Archäologie-Professor an der australischen National University of Canberra, eine große Lücke. Es verrät, was die Felsmalereien in der Sahara über Klima und Kultur berichten (mehr darüber in bdw 11/06, Afrika Kultur durch Klimawandel). Und es erzählt von den frühen afrikanischen Anfängen der Nahrungsmittelproduktion durch den Menschen, der Domestikation von Vieh und Getreide.
Meist exemplarisch an einem Fundplatz oder Ort festgemacht, gibt Connah Nachricht von den erfolgreichen afrikanischen Königreichen in Niger, Nigeria, Mali und Simbabwe. Er erläutert die Produktivität im Gebiet der großen Seen, die noch weitgehend ungeklärten Ursprünge der afrikanischen Eisenverarbeitung und die ersten künstlerischen Manifestationen. Und er schildert den Transsahara-Handel realistisch als gewinnträchtige, aber oft tödliche Großunternehmung.
Ahnenkult, Geisterglaube und Kunst afrikanischer Völker haben in dem Buch ebenso ihren Platz wie die erstaunlich starke und frühe Christianisierung verschiedener Regionen, vor allem Äthiopiens, wo die christliche Religion zum staatstragenden Kult wurde. Außerdem zeigt Connah die innerafrikanischen Entwicklungen und stellt sie in Zusammenhang mit den Außenbeziehungen über die Handelshäfen an der Ostküste. Die verhängnisvolle Kolonisierung des Kontinents durch die Europäer schließt seinen Rundblick ab.
Natürlich bieten 200 Seiten nur Raum für eine kurze Gesamtschau. Zum Weiterlesen wird auf wissenschaftliche, weitgehend englischsprachige und schwer zugängliche Literatur verwiesen zweifellos ein Manko. Und leider nicht das einzige: Die fotografische Bebilderung ist missglückt und wäre besser durch Karten und Zeichnungen ersetzt worden.
Michael Zick





