Asiaten lassen mehr die Augen spielen
Für die Entwicklung der Computermodelle präsentierten die Forscher 15 Asiaten und 15 Europäern insgesamt 4.800 Animationen von zufallsgenerierten Gesichtsausdrücken. Die Probanden sollten diesen Animationen einen Gefühlsausdruck, wie beispielsweise Freude oder Wut, zuordnen und auch die vermittelte Intensität der Emotion auf einer Skala von eins bis fünf einstufen. Aus diesen Beurteilungen entwickelten die Forscher dann Animationen von durchschnittlichen Gesichtsausdrücken, die Asiaten typischerweise als Freude, Überraschung, Angst, Ekel, Wut und Traurigkeit interpretieren. Das gleiche machten Rachael Jack und seine Kollegen mit den Test-Ergebnissen der europäischen Probanden.
Dieses Video zeigt den Vergleich der computergenerierten und kulturspezfischen Gesichtsanimationen. Credit: Rachael Jack et al. , PNAS
Der Vergleich der typisch asiatischen Gesichtsbewegungen bei einer bestimmten Emotion mit denen der Europäer offenbarte deutliche Unterscheide, berichten die Forscher. Asiaten spielen demzufolge mehr mit ihren Augen, vor allem wenn sie Freude, Angst, Ekel oder Wut ausdrücken. Die Augen der Europäer verändern sich dabei vergleichsweise wenig, dafür zeigen aber der Mund und weitere Gesichtspartien bei diesen Emotionen ein intensiveres Minenspiel, ergaben die Auswertungen. In diesen Ergebnissen sehen Rachael Jack und ihre Kollegen nun den Nachweis, dass die Mimik des Menschen nicht ausschließlich eine angeborene Verhaltensweise ist, sondern zusätzlich vom kulturellen Umfeld geprägt wird.





