Menhiranlage Hirtenwiese
Menhire, also Hinkelsteine, sind vor allem aus dem bretonischen Raum bekannt – aus dieser Sprache stammt auch der Begriff Menhir aus maen (Stein) und hir (lang). Die sogenannte Hirtenwiese ist in diesem Sinne bereits deshalb ein Unikat, weil sie der bislang südlichste Fundort einer Menhiranlage auf dem Gebiet der Bundesrepublik ist. Sie liegt auf dem Gebiet der Gemarkung Roßdorf östlich von Darmstadt.
Es wird vermutet, dass diese Anlage ursprünglich aus 14 Steinen bestand, die aber nach und nach abgetragen wurden. Sehr zum Leidwesen der Forschung ist bekannt, dass in den 1950ern ein Stein durch einen Bauern gesprengt wurde. Andere wurden mutmaßlich aus ähnlichen neuzeitlichen Gründen verlegt. Heute sind noch sieben Stück übrig, die besichtigt werden können.
2. Anlage Glauberg
Der Glauberg in Mittelhessen war über viele Jahrtausende ein starker Anziehungspunkt für urzeitliches Leben. Die ältesten heute bekannten Spuren datieren zurück bis zur Jungsteinzeit. Weitere Funde entstammen der hochinteressanten Urnenfeldkultur, die ihren Namen einem speziellen Bestattungsritus verdankt.
Den mit Abstand nachhaltigsten Eindruck am Glauberg hinterließen jedoch die Kelten. Hiervon zeugt bis heute eine Kultstätte, die aus einer Holzpfahl-Gruppierung rund um einen Grabhügel besteht. Tatsächlich gehört der Glauberg jedoch zu den spät in die Forschung der Keltenzeit aufgenommenen Stätten: Erst Ende der 80er erkannten Heimatforscher den Wert. Mittlerweile arbeitet die DFG an der Anlage und förderte dort imposante Fundstücke zutage, darunter den sensationellen Fund einer bestens erhaltenen keltenfürstlichen Steinfigur. Die gesamte Anlage ist durch den sogenannten Keltenweg am Glauberg gut touristisch und museal erschlossen.
3. Dolmen von Møn
Von allen europäischen Ländern mit Spuren prähistorischen Lebens kann Dänemark für sich in Anspruch nehmen, die reichhaltigste Sammlung an Dolmen, Hünen- und Megalithgräbern präsentieren zu können. Ein in diesem Sinne wirkliches urzeitliches Juwel ist die Insel Møn in der Ostsee.
Die Forschung weiß bislang von beeindruckenden 119 Großsteingräbern, die auf der nur 217km² großen Insel zu finden sind. Interessant ist hier vor allem der teils enorm gute Erhaltungszustand der Dolmen, die hier Gewichte von bis zu 20 Tonnen erreichten. Einige der Gräber gehören zur Kategorie der sogenannten Gangräber – überdeckte Megalithe aus der Trinkbecherkultur. Das gesamte Gebiet der Insel ist sehr gut erschlossen und kann zu jeder Jahreszeit bereist werden.





