Der Namensgeber für den Valentinstag war Valentin, der Bischof von Terni (Italien), der im 3. Jahrhundert nach Christi wegen seines Glaubens hingerichtet wurde. Der als Märtyrer verehrte Bischof ist bei seinen Zeitgenossen auch durch Krankenheilungen und die Bekehrung von Nicht-Christen bekannt geworden. Nach seiner Enthauptung sei er von drei Bekehrten in der Nähe seines Heimatortes Terni bestattet worden, berichtet die Leidensgeschichte des Märtyrers. Bald darauf habe Papst Julius I. in Rom eine Basilika zu Ehren des Valentin errichtet.
Sein Fest wurde am 14. Februar begangen. Dieses Datum lag genau einen Tag vor Beginn des römischen Fruchtbarkeitsfestes, den Luperkalien. “Solche Überformungen heidnischer Festdaten durch christliche Feiertage waren nicht selten und geschahen auch nicht zufällig”, erläutert Dohrn-van-Rossum.
Der Tag des Valentin war auch einer der so genannten Lostage, den Zukunft bestimmende Bedeutung im Guten wie im Schlechten zugeschrieben wurde. Zufälle gerade dieses Tages – etwa der erste Bursche, den ein Mädchen am Morgen sieht – deutete man als Vorzeichen für spätere, glückliche Beziehungen. Daher hieß der Valentinstag auch “Vielliebchentag”. In England und Frankreich glaubten die Menschen, dass sich an diesem Tag die wilden Vögel zu paaren beginnen. Darum wurde Valentin in England und Frankreich zum Schutzpatron der Verliebten und Verlobten.
Die Sitte, kleine mit Herzen verzierte Geschenke zu verschicken, ist nach dem Krieg aus England und Amerika nach Deutschland gekommen. In den angelsächsischen Ländern ist es seit jeher verbreiteter gewesen, die Beziehungen der Geschlechter stärker durch bedeutsame Tagesdaten zu markieren.
Doris Marszk





