Die Geschichte der Amokläufe beginnt am 30. Dezember 1974 in Olean, New York. Ein 17-jähriger Jugendlicher löste in seiner Schule einen Feueralarm aus, erschoss drei Menschen und verwundete elf weitere.
Auch in Jonesboro/Arkansas lockten Andrew Golden (11) und Mitchell Johnson (13) im März 1998 ihre Mitschüler und Lehrer mit einem falschen Feueralarm aus dem Schulgebäude. Dann schossen sie in die Menschenmenge und töteten vier elf- bis zwölfjährige Schülerinnen und eine Lehrerin. Die „School Shooter” von Jonesboro waren außergewöhnlich jung.
Zu den weltweit bekanntesten Gewalttaten gehört das Massaker von Columbine. In dem kleinen Ort bei Denver töteten Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) am 20. April 1999 zwölf Schüler und einen Lehrer an der Columbine High School. Eric und Dylan wollten sich an Schülercliquen rächen, von denen sie sich ver- spottet und unterdrückt fühlten. Michael Moore machte das Massaker zum Thema seines Dokumentarfilms „Bowling for Columbine”, der die School Shootings weltweit ins Gespräch brachte.
Um die Welt gingen auch die Bilder des Schulmassakers auf dem Campus der Virginia Tech in Blacksburg, USA. Dort tötete der 23-jährige südkoreanische Student Cho Seung-hui am Morgen des 16. April 2007 32 Menschen und verletzte 29 weitere, bevor er sich selbst erschoss. In einem Video-Manifest sagte er: „Ihr habt mich in die Ecke gedrängt. Jetzt müsst ihr damit leben, dass Blut an euren Händen klebt.”
In Deutschland kam es 1999 im sächsischen Meißen zum ersten Amoklauf in einer Schule. Für großes Aufsehen sorgte das Massaker in Erfurt am 26. April 2002: Der 19-jährige Robert S. erschoss am Gutenberg-Gymnasium zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten. Anschließend tötete er sich selbst – wie es etwa jeder fünfte Amokläufer tut. Kurz vor seinem zweiten Abiturversuch war Robert – wegen eines gefälschten Attests nach mehrtägigem Fernbleiben – von der Schule verwiesen worden.
Inzwischen zeichnet sich ein neuer Trend ab: Drohungen schwerer Gewalttaten an Universitäten.





