Um dem Effekt solcher Videos nachzugehen, entschieden sich die beiden Forscher zu einer kleinen Studie. Sie präsentierten Probanden unterschiedliche Videos und verglichen das Vorher-Nachher-Wissen der Teilnehmer zum wissenschaftlichen beziehungsweise Bildungs-Inhalt des jeweiligen Titels. Dabei zeigte sich, dass die Videos deutlich zum Wissen über die präsentierten Themen beigetragen hatten.
Mehr Motivation fürs Lernen
Die Probanden konnten anschließend auch komplexere Fragen beantworten, was darauf hinweist, dass die Videos nicht nur einen Auswendiglern-Effekt erfüllen, sondern zum Begreifen von Zusammenhängen beitragen können. Entsprechend sehen die Forscher die Musikvideos auch nicht unbedingt nur als ein Mittel, um Lerninhalte in das Gedächtnis von Schülern zu prägen. Ein wichtiger Aspekt sei es, auf diese Weise Stress zu reduzieren und das Engagement beim Lernprozess zu stärken.
Menschen lernen auf unterschiedliche Weise, betonen die Forscher, und diesem Grundsatz sollte man ihrer Meinung nach in der Bildung Rechnung tragen. „Wir sollten nicht versuchen, alle Schüler auf die gleiche Weise zu belehren, sondern Konzepte eher zu individualisieren”, sagt Davis. „Es macht Sinn, mehr Zugangsmöglichkeiten zu den unterschiedlichen Fächern zu bieten. Auch Musik kann einen solchen Zugang zu Wissenschaft und Bildung darstellen”. Die Auswahl an deutschen Titeln und Musik-Videos mit Bezug zu Wissenschaft und Bildung ist freilich im Vergleich zu englischen sehr gering. Aber sogar diesen Umstand könnte man dem Konzept folgend nutzen – beispielsweise in einem Schul-Projekt „Wir machen ein wissenschaftliches Musikvideo”.





