Vor eineinhalb Jahren entdeckten britische Archäologen bei der Ausgrabung eines Tempels aus der Römerzeit in London ein Zinntöpfchen, in dem sich eine 2000 Jahre alte weiße Paste befand. Die Forscher nahmen damals an, dass es sich um einen Kosmetikartikel handelte (bild der wissenschaft 10/2003, „Antike Gesichtscreme”). In der sehr gut erhaltenen Creme waren sogar noch Fingerabdrücke zu erkennen. Wissenschaftler um Richard Evershed von der Bristol University haben den Inhalt des Döschens jetzt analysiert. Die zwei Hauptbestandteile sind zu jeweils 40 Prozent Stärke sowie tierisches Fett von Kühen oder Ziegen, der Rest ist Zinnoxid. Evershed meint, dass die Creme römischen Frauen als eine Art „Grundierung” zur Gesichtskosmetik diente. „ Es ist bekannt, dass Aristokratinnen damals einen blassen Teint bevorzugten”, erklärt er. „Dafür sorgte als weißes Pigment das Zinnoxid.”





