Dem Forscherteam vom Rush University Medical Center in Chicago ist es nun erstmals gelungen, diese Erkrankungen der Blutgefäße näher zu identifizieren. Dazu nutzten sie Daten der ?Religious Order Study?, einer im Jahr 1994 begonnen Studie, in der jährlich 1.100 Nonnen, Mönche und Priester untersucht werden, um die Ursachen verschiedener Alterssymptome besser zu verstehen. Die Wissenschaftler verwendeten im aktuellen Studienteil einen Test, der auch für die Beurteilung der Ausprägung einer Parkinson-Erkrankung eingesetzt wird und bei dem Gleichgewichtstörungen, die Fähigkeit zu einer aufrechten Körperhaltung, Gehgeschwindigkeit, die Fähigkeit, sich auf einen Stuhl zu setzten und wieder aufzustehen, sich während des Gehens umdrehen zu können und das Ausmaß eventuell vorhandenen Schwindelgefühlen untersucht werden. Diese Untersuchungen ergänzten die Forscher mit Aufnahmen des Gehirns.
Nach dem Tod der Teilnehmer unterzogen die Wissenschaftler die Gehirne zusätzlich noch einer Autopsie. Dabei stellten sie fest, dass 30 Prozent der Gehirne mikroskopische Verletzungen und winzige Schlaganfallherde aufwiesen, was zuvor durch die heutigen bildgebenden Verfahren nicht sichtbar gemacht werden konnte. Bei zwei Drittel der Teilnehmer fanden die Forscher durch Einlagerungen verengte Blutgefäße im Gehirn, die sowohl zu den winzigen nicht sichtbaren, als auch zu sichtbaren Schlaganfällen führen können.
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass ein beträchtlicher Teil der älteren Bevölkerung eine Schädigung des Gehirngewebes und Erkrankungen insbesondere kleiner Blutgefäße aufweist, schlussfolgern die Forscher. Diese Merkmale stehen ihrer Ansicht nach in Zusammenhang mit den abgeschwächten Parkinsonsymptomen. ?Oft werden die milden Symptome als Teil des Alterns erachtet. Wir sollten das nicht als normales Altern akzeptieren?, sagt Aron Buchman, Hauptautor der Studie.
Doch das kann zu einer Herausforderung für die öffentliche Gesundheit werden, da die aktuellen Technologien nicht ausreichen, um diese mikroskopisch kleinen Erkrankungen und Schlaganfälle sichtbar zu machen.
Daher ist es notwendig, weitere Studien durchzuführen, um bessere und gezieltere Methoden zu entwickeln, die sowohl die mikroskopischen Schlaganfälle als auch die Gefäßerkrankungen sichtbar machen.
Auch seien weitergehende Studien nötig, um abzuklären, ob nicht noch weitere Faktoren oder Veränderungen im Gehirngewebe bei der Entstehung der abgeschwächten Parkinsonsymptome eine Rolle spielen.





