Millionenschwere Schäden
Für ihre Studie haben die Forscher akribisch den Zusammenhang von Tourismus, Elefantenpopulationen und Wilderei in den betreffenden afrikanischen Gebieten herausgearbeitet. “Wir wissen, wie der Tourismus leidet, wenn die Wilderei zunimmt”, sagt Co-Autor Andrew Balmford von der University of Cambridge. Die Forscher integrierten diesen Zusammenhang in Modellberechnungen, in denen sich auch die finanziellen Konsequenzen des Negativ-Faktors Wilderei wiederspiegelten. Heraus kam die erste Afrika-weite Einschätzung der ökonomischen Verluste, die das momentane Ausmaß der Wilderei im Tourismus-Sektor verursacht: 25 Millionen US-Dollar im Jahr.
Hintergrund: Das Ausmaß der Elefanten-Wilderei hat erschreckend zugenommen. In den letzten zehn Jahren sind die afrikanischen Elefantenbestände um mehr als 20 Prozent geschrumpft. Jedes Jahr werden inzwischen geschätzte 20.000 bis 30.000 Tiere wegen ihres Elfenbeins getötet. Grund für den mörderischen Zuwachs ist die gestiegene Nachfrage in Asien und auch eine weitere bedrückende Entwicklung: Terroristische Gruppen und das organisierte Verbrechen nutzen den Elfenbeinhandel gezielt als ihre Einnahmequelle.
“Return of investment” zeichnet sich ab
Diesem Übel muss man sich entgegenstemmen – doch das ist natürlich mit Kosten verbunden. Die Schätzungen zum finanziellen Bedarf von Maßnahmen, die zu einer Stabiliserung der Bestände führen würden, sind allerdings niedriger als die nun geschätzten Verluste. Mit anderen Worten: “Die durchschnittliche Rendite beim Elefantenschutz lässt sich mit der bei Investitionen in Bereichen wie Bildung, Ernährungssicherheit und Stromversorgung vergleicht”, sagt Brendan Fisher von der University of Vermont. “Für jeden Dollar, der beispielsweise in den Elefantenschutz in Ostafrika investiert wird, bekommt man 1,78 $ zurück. Das ist ein gutes Geschäft”, so der Okönom.
Eine Einschränkung gibt es allerdings, betonen die Forscher: Für die Länder in Zentralafrika kann der Elefanten-basierte Tourismus derzeit keinen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Dickhäuter leisten. Die dortigen Elefantenpopulationen sind wenig vom Tourismus erschlossen, da sich die Tiere im dichten Wald aufhalten und kaum sichtbar sind. Hier müssen andere Hebel als der finanzielle Druck greifen, um den Rückgang der Bestände einzudämmen, betonen die Forscher.





