Von den 84 bekannten Schlafstörungen können rund die Hälfte auch Kinder betreffen, sagte der Leiter des Köln-Porzer Schlaflabors, Hans Jörg Niewerth, in Köln. Nur etwa drei Prozent der Kinder seien von ernsthaften organischen Krankheiten betroffen. Die wenigsten davon könne der Kinderarzt im Wachzustand feststellen. Atemnot, die nur im Schlaf auftrete, werde so manchmal erst spät erkannt.
Schlechtes Schlafen kann auch der Grund für auffälliges Verhalten und Schulprobleme älterer Kinder sein. Auch hier können Eltern etwas gegen Schlafstörungen tun: Es gebe einen “deutlichen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Kindern, die den Fernseher im eigenen Zimmer haben”, sagte Alfred Wiater, Chefarzt der Kinderklinik Köln- Porz.
Wiegenlieder helfen gegen fehlenden Schlaf indessen auf natürlich Weise, sagte Psychologe Evans nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA). Sie seien alle nach einem ähnlichen Muster komponiert und beruhigten Kleinkinder schnell. “Es funktioniert mit jedem Baby, solange dieses die Lieder bereits in der späten Schwangerschaft gehört hat”, sagte Evans. Das neue Wiegenlied- Gerät funktioniere, wenn spezielle Melodien schon zwischen der 16. und der 27. Schwangerschaftswoche jeweils morgens und abends 20 Minuten lang dem Baby im Mutterleib vorgespielt werden. Im Januar soll es einschließlich Teddybär auf den Markt kommen und umgerechnet rund 450 Mark kosten.
Die Kölner Tagung “Wenn der Sandmann versagt” wird sich am 1. und 2. Dezember mit Schlafstörungen bei Säuglingen und Kindern beschäftigen. Themen sind die Ursachen des “plötzlichen Kindstods” oder die steigende Schlaflosigkeit älterer Kinder durch Medienkonsum. Die TV-Moderatorin Margarethe Schreinemakers will die Themen für betroffene Eltern und Journalisten am 2. Dezember “übersetzen”.





