Der britische Physiker Stephen Hawking (59) ist mit seiner Voraussage, wonach die Menschheit vermutlich noch in diesem Jahrtausend von einem selbstgezüchteten Virus ausgerottet werden wird, auf scharfe Kritik gestoßen. Er musste sich am Mittwoch vorwerfen lassen, mit der “bedauernswerten Panikmache” nur sein neues Buch in die Schlagzeilen bringen zu wollen. Hawking hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, angesichts der Gefahren der Biotechnik habe die Menschheit nur eine Überlebenschance, wenn sie Kolonien im Weltraum besiedele.
Der Anthropologe Benny Peiser von der John Moores-Universität in Liverpool sagte in einem BBC-Interview, Hawkings Katastrophen- Prophezeiungen seien in den vergangenen Jahren immer wirrer geworden. Vor gut einem Jahr habe er noch vorausgesagt, die Erde werde sich durch den Treibhauseffekt bis zum Kochen aufheizen. “Und jetzt, da alles vom Bio-Terrorismus spricht, kommt er mit der allerneusten Katastrophen-Prophezeiung, die unsere sichere Selbstzerstörung als Ergebnis biologischer Forschung voraussagt.”
Davon dürfe sich niemand verrückt machen lassen, sagte Peiser: “Apokalyptiker übertreiben typischerweise die möglichen Gefahren, die in der Zukunft auf uns zukommen könnten, ignorieren oder unterschätzen aber die Wahrscheinlichkeit, eine soziale, technologische oder medizinische Lösung für die Bedrohung zu finden.” Es gebe keinen Grund, anzunehmen, dass die Menschheit dieses Jahrtausend nicht überleben werde. Der Raumfahrtexperte Sir Arthur C. Clarke spottete, es habe ihn gewundert, dass Hawking nicht auch noch die Gefahr eines Asteroideneinschlags bemüht habe.
Hawking hatte gesagt, Biowaffen seien in seinen Augen eine größere Bedrohung für die Erde als die Atombombe. Die Menschheit werde das nächste Jahrtausend vermutlich nicht mehr erleben, wenn sie nicht ins All ausweiche. Er fürchte, dass irgendjemand ein Virus erfinden werde, das die ganze Menschheit umbringen werde.
dpa





