Der dänische Astronom Tycho Brahe (1546 bis 1601) starb nicht an einer Quecksilbervergiftung, wie ein dänisch-tschechisches Forscherteam herausgefunden hat. Damit ist eine Theorie widerlegt, die sich über Jahrhunderte hinweg gehalten hat. 2010 hatten die Wissenschaftler um Jens Vellev von der dänischen Universität Aarhus die Überreste des in Prag begrabenen Brahe exhumiert und Proben genommen. Eine Analyse der Haare ergab jetzt, dass die Quecksilberkonzentration im Körper des weltberühmten Astronomen viel zu niedrig war, um zum Tode führen zu können. Dieses Ergebnis dürfte Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die behaupten, Tycho Brahe sei an einer geplatzten Blase gestorben. Denn er habe bei einem Festbankett von Kaiser Rudolf II. in Prag aus Höflichkeit darauf verzichtet, auf die Toilette zu gehen. Die Wissenschaftler widerlegten auch einen weiteren Mythos: Brahe trug keine Nasenprothese aus Gold, sondern eine aus Messing. Die Prothese hatte er sich anfertigen lassen, weil ihm bei einem Duell ein Teil der Nase abgeschlagen worden war.





