Die bisher ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen aus der Zeit des späten Urmenschen haben Archäologen vom Institut für Denkmalpflege in Hannover vor kurzem gefunden. In einem Braunkohle-Tagebau bei Schöningen bargen sie die rund 400000 Jahre alten Holz-Wurfspeere zusammen mit den Resten von mehr als zehn Pferden, die noch Schnitt- und Zerlegungsspuren der Schlachtwerkzeuge zeigen und auf ein deftiges Festmahl hinweisen.
Bisher gingen viele Archäologen davon aus, daß die Menschen der frühen Altsteinzeit ihr Leben nicht langfristig planten, sondern sich nach den aktuellen Erfordernissen richteten. Die sorgfältig hergestellten Waffen kippen nun diese These: Für die Speere hatten die Urmenschen etwa 30 Jahre alte Fichten ausgewählt, die gerade gewachsen waren. Sie entfernten Rinde und Äste und spitzten die etwa zwei Meter langen Speere mit großer Sorgfalt zu. Wie bei den modernen Speeren der Leichtathleten lag der Schwerpunkt der Speere etwa bei einem Drittel der Länge hinter der Spitze.
Wenn unsere steinzeitlichen Vorfahren bereits vor 400000 Jahren große Tiere wie Pferde systematisch jagen konnten, stand sicherlich weit mehr Fleisch auf ihrem Speiseplan als bisher angenommen. Und da sie die großen Fleischmengen nicht auf einmal verspeisen konnten, kannten sie vielleicht sogar schon Techniken zur Vorratshaltung.





