Man kann sie als echte Spiel-Höhle bezeichnen – die Promontory-Höhle am Ufer des Großen Salzsees in Utah. Dort lebten seit dem 5. Jahrhundert zunächst die Fremont, im 12. Jahrhundert wanderten aus dem Norden die Promontory ein. Die gemeinsamen Nachfahren beider Volksstämme sind die Navajo und Apachen. Deren Promontory-Ahnen hatten sich in dem Höhlensystem an den Ufern des Sees niedergelassen. Und in dem 160 Quadratmeter großen Hauptraum, in dem rund 100 Menschen um ein riesiges Feuer herum Platz fanden, haben Archäologen jetzt eine faszinierende Entdeckung gemacht: Sie gruben Tausende Spielutensilien aus, mehr als an irgendeiner anderen Fundstelle in Nordamerika.
Lauter Spielzeug für Erwachsene
Die Forscher fanden Würfel, Stöckchen, Ringe und Schuhe – mit denen ebenfalls gespielt wurde -, und sie vermuten, dass noch unzählige weitere Artefakte im Boden schlummern. Doch was spielten oder um was spielten die Indianer? Offenbar hatten die Promontory ein breites Repertoire an Glücksspielen. Am beliebtesten war dabei offensichtlich das Würfeln, erklärt Archäologie-Autorin Angelika Franz im Septemberheft von bild der wissenschaft. Beispielsweise ermittelten die Frauen auf diese Art und Weise unter sich, wer besonders unangenehme Arbeiten wie etwa Wasserschleppen verrichten musste.
Besonders beliebt bei den Männern war dagegen das Mokassin-Spiel – eine Mischung zwischen Poker und Hütchenspiel. Und: Natürlich spielte man zum Vergnügen, es ging aber auch um die Auswahl von Heiratskandidaten und sogar um Krieg und Frieden bei Verhandlungen mit fremden Stämmen. Wie das alles genau vor sich ging und welch seltsam anmutende Bräuche bei der Zockerei gepflegt wurden, lesen Sie im Detail in der bild der wissenschaft.





