Etwa 85 Prozent der Gebäude Lissabons wurden zerstört, zwischen 30 000 und 100 000 Menschen sollen umgekommen sein. Die Katastrophe hatte nicht zuletzt Auswirkungen auf die Naturwissenschaften. Erstmals begann man, systematisch zur Entstehung von Erdbeben zu forschen.
Philosophie und Theologie fragten nach dem „Warum“: Wie konnte man angesichts des schrecklichen Ereignisses noch an einen gütigen Gott glauben? In zahlreichen literarischen Werken schlug sich die Auseinandersetzung mit dem Übel in einer von Gott geschaffenen Welt nieder. „Gott, der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden, … hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen“, fasste es Goethe zusammen.





