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Der Untergang von Lissabon
Zeitpunkte · 1. November 1755

Der Untergang von Lissabon

Johann Wolfgang von Goethe war sechs Jahre alt, als er die Nachricht von einer gewaltigen Naturkatastrophe hörte: Lissabon „wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglück betroffen“, schreibt er Jahrzehnte später in „Dichtung und Wahrheit“ über das „außerordentliche Weltereignis“. „Die Erde bebt und schwankt, das Meer braust auf, … die geborstene Erde scheint Flammen zu speien.“ Das Erdbeben, das am 1. November 1755 gegen 9.40 Uhr über Portugal hereinbrach, gilt als eines der schwersten der Geschichte. Mit dem Epizentrum im Atlantik, etwa 200 Kilometer vor Cabo de São Vicente, und einer mutmaßlichen Stärke von 8,2 zerstörten nicht nur Erdstöße, sondern auch ein Tsunami Lissabon und sein Umland.
Autor
DAMALS-Redaktion
31. Oktober 2025
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Etwa 85 Prozent der Gebäude Lissabons wurden zerstört, zwischen 30 000 und 100 000 Menschen sollen umgekommen sein. Die Katastrophe hatte nicht zuletzt Auswirkungen auf die Naturwissenschaften. Erstmals begann man, systematisch zur Entstehung von Erdbeben zu forschen.

Philosophie und Theologie fragten nach dem „Warum“: Wie konnte man angesichts des schrecklichen Ereignisses noch an einen gütigen Gott glauben? In zahlreichen literarischen Werken schlug sich die Auseinandersetzung mit dem Übel in einer von Gott geschaffenen Welt nieder. „Gott, der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden, … hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen“, fasste es Goethe zusammen.

GottLissabonNovember

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