Erst am nächsten Tag fiel im Museum auf, dass an der Wand nur noch der leere Platz geblieben war. Die Polizei begann zu ermitteln, sicherte Spuren und suchte fieberhaft nach dem Bild. Aus einem Museumsdiebstahl wurde binnen Stunden eine Staatsaffäre. Die Presse griff den Fall begierig auf, druckte Sondermeldungen, Karikaturen und Postkarten und machte aus dem verschwundenen Porträt ein tägliches Gesprächsthema. Als der Louvre wieder öffnete, strömten Tausende ins Museum – nur um die Leerstelle des Bildes zu sehen.
Peruggia versteckte das Gemälde über zwei Jahre lang in einem Koffer unter seinem Bett. Ende 1913 versuchte er in Florenz, einen Verkauf einzufädeln. Dabei flog er auf. Vor Gericht berief er sich auf seine patriotische Pflicht als Italiener. Die „Mona Lisa“ kehrte, wenn auch unter Protest in Teilen der italienischen Bevölkerung, am 4. Januar 1914 in den Louvre zurück. Der Diebstahl und die jahrelange öffentliche Aufmerksamkeit hatten das Gemälde weltberühmt gemacht.
akg-images / Mondadori Portfolio





