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Zwangsverkauf der Marienburg
Zeitpunkte · 16. August 1454

Zwangsverkauf der Marienburg

Die Marienburg nahe Danzig war das symbolträchtige Zentrum des Deutschen Ordens. · Foto: picture alliance / Zoonar / monticello

Lange schon stöhnten Städte und Stände im Deutschordensstaat unter der immer weiter steigenden Steuerlast, die der Deutsche Orden ihnen auferlegte. Die nach der Niederlage des Ritterordens in der Schlacht von Tannenberg 1410 ausgehandelten Zahlungen an Polen und die Gebietsverluste belasteten die preußischen Städte und den Landadel immens.
Autor
Redaktion
17. Juli 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Dazu kamen immer lauter werdende Forderungen nach mehr Beteiligung an der Landesherrschaft. So kam es 1440 zum Zusammenschluss der preußischen Stände zum Preußischen Bund, um sich mit geschlossener Stimme gegen die Unterdrückung durch den Deutschen Orden zu wehren. Dessen Hochmeister Ludwig von Erlichshausen forderte seinerseits die Auflösung des Bundes, sodass dieser 1454 dem Deutschen Orden den Gehorsam aufkündigte. Der Bruch mit dem Preußischen Bund bedeutete für den Deutschen Orden den Verlust fast aller Einnahmequellen. Die Geldnot trieb den Hochmeister dazu, Gebiete zu verkaufen oder Burgen zu verpfänden, um sein Söldnerheer weiter unterhalten zu können.

Als er Zahlungstermine nicht einhalten konnte, nahmen Söldnerhauptleute die Sache selbst in die Hand: Am 16. August 1456 verkauften sie die verpfändeten Burgen an den Preußischen Bund und König Kasimir IV. von Polen, darunter auch die Marienburg, Zentrum des Ordensstaates und Sitz des Hochmeisters, der die Burg kampflos räumte. Der Dreizehnjährige Krieg (1454–1466) hatte die Teilung des Deutschordensstaates und den weiteren Abstieg des Deutschen Ordens zur Folge.

picture alliance / Zoonar / monticello

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