Auch Luther selbst war keineswegs bereit, sich dem päpstlichen Willen zu beugen, und ließ die gesetzte Frist für seinen Widerruf verstreichen. Am 10. Dezember 1520 warf er in einer aufsehenerregenden Aktion die Bannandrohungsbulle mitsamt einem Exemplar des päpstlichen Rechts öffentlich, im Beisein von Studenten und Dozenten der Universität Wittenberg, vor den Toren der Stadt ins Feuer. Hell loderten die Flammen und wurden zum Symbol für die Eskalation des Streits zwischen dem Reformator und dem Papst. Ein Einlenken war nun nicht mehr möglich. 1521 folgten zwar wie angedroht die päpstliche Exkommunikation und – durch das Wormser Edikt Kaiser Karls V. – die Reichsacht, doch Luthers Lehre ließ sich nicht mehr aus der Welt schaffen.





