Politische Umbrüche, Kriege und personelle Verluste verzögerten die Arbeit stark. Die erste Lieferung erschien erst 1852, und das Werk wuchs schnell weit über die ursprünglich geplanten sieben Bände hinaus. Die Brüder selbst kamen nur bis zum Buchstaben F; danach führten Schülerschaft, Mitarbeiter und später Wissenschaftlerteams das Projekt weiter. Nach 1945 entwickelte sich das Wörterbuch zu einem deutsch-deutschen Gemeinschaftsprojekt: Die Akademie der Wissenschaften in Göttingen und die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin arbeiteten trotz politischer Spannungen gemeinsam am Abschluss und ab 1965 an einer Neubearbeitung. Diese Kooperation setzte sich nach der Wiedervereinigung fort. Mit der Veröffentlichung des 32. und letzten Teilbands liegt ein Werk vor, das rund 330 000 Stichwörter in mehr als 66 000 Lexikonspalten umfasst. Es dokumentiert die Entwicklung der deutschen Sprache von Luther bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Das „Deutsche Wörterbuch“ bleibt ein einzigartiges Vermächtnis – ein Zeugnis dafür, wie Geduld, wissenschaftliche Genauigkeit und generationenübergreifende Zusammenarbeit ein kulturelles Fundament schaffen können.





