Bereits die ersten zwei Ausstellungen, in denen Magdeburgs Kulturhistorisches Museum Otto und die ottonischen Kaiser wieder aufleben ließ, waren Publikumsrenner. Einen ähnlichen Erfolg erhoffen sich die Ausstellungsmacher nun auch für die dritte Ausstellung, die Besucherinnen und Besucher die mächtigen Kaiser des römischen Imperiums und des europäischen Mittelalters näher bringen soll. Die Geschichte des Kaisertums stellt die Ausstellung chronologisch dar, beginnend mit den Anfängen des Kaisertums unter Kaiser Augustus. Ab 27 vor Christus nannte sich dieser „Augustus“ (dt. der Erhabene) und etablierte damit auch ein neues Herrscherbild: die oberste politische Gewalt des Staates hatte nun eine sakrale Aura. Nachfolgende Herrscher orientierten sich an diesem Vorbild. In einem zweiten und dritten Teil erläutert die Ausstellung, wie das Kaisertum unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert eine christliche Prägung erfuhr und nach dem Fall des Weströmischen Reiches im Jahr 476 nach Christus zunächst auf Byzanz beschränkt blieb. Wie das Weströmische Kaisertum im Jahr 800 mit der Kaiserkrönung Karls des Großen durch den Papst erneuert und 962 mit der Krönung des Kaisers Otto der Große endgültig nördlich der Alpen verankert wurde, erzählen ein vierter und fünfter Teil.
Die Schau führt rund 350 Exponate aus 1000 Jahren europäischer Kaisergeschichte in Magdeburg zusammen. Erstmals in Deutschland gezeigt wird einer der bedeutendsten archäologischen Funde der letzten Jahre: die Insignien des Kaisers Maxentius aus Rom. Außerdem zeigt das Museum eine der kostbarsten und prachtvollsten Urkunden des Mittelalters, die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu aus dem Jahr 972 nach Christus und eine frisch restaurierte römische Kaiserstatue aus dem Pergamonmuseum in Berlin. Weitere Leihgaben stammen aus internationalen Museen wie den Vatikanischen Museen oder dem Staatlichen Museum Moskau. Kostbare Goldschmiedearbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke dokumentieren Macht, Selbstverständnis und Repräsentation der kaiserlichen Herrschaft.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Begleitprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen und Museumsnächten.





