Nach der Unterzeichnung kam es in Deutschland erneut zu Debatten über die Anerkennung der Nachkriegsgrenzen und deren Implikationen für die Beziehungen zu Osteuropa. Die Akzeptanz von Brandts Ostpolitik wurde vor allem in konservativen Kreisen in Frage gestellt. Im Juni 1974 wurde im Bundestag die Schlussabstimmung über den Prager Vertrag durchgeführt. Das Ereignis war politisch hochbrisant, da die Oppositionsparteien CDU/CSU den Vertrag als Instrumentarium der UdSSR-Politik interpretierten. Trotzdem wurde der Vertrag mit den Stimmen der Regierungskoalition aus SPD und FDP und gegen die Stimmen von CDU/CSU ratifiziert. Dieses Ergebnis sah man als Indikator dafür, dass ein Großteil der deutschen politischen Landschaft die Notwendigkeit erkannte, die Beziehungen zu den östlichen Nachbarländern zu normalisieren und den Frieden in Europa zu fördern.





